Kategorie: Krieg

  • 9.2.2026 „Es gibt Dinge, die man nicht tut“

    Während im Mailänder San Siro der Rapper Amdouni Ghali* ein Antikriegslied des Kinderbuchautors Gianni Rodari sang, setzte Putin fröhlich seine Zerstörung fort.

    Ci sono cose da non fare mai,
    né di giorno né di notte,
    né per mare né per terra:
    per esempio, la guerra.*

    Diese Zeilen von Gianni Rodari* trug Amdouni Ghali im San Siro bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele gemeinsam mit Kindern vor. Ein bewusst einfacher, kindlicher Text, der Frieden als Selbstverständlichkeit formuliert. Zur selben Zeit jedoch wurde Kiew erneut mit Drohnen und Bomben überzogen.

    Zwei Bühnen, ein Moment: hier Worte, die daran erinnern, dass Krieg etwas ist, das man nicht tut; dort die brutale Behauptung des Gegenteils.

    Gerade die kindliche Einfachheit dieses Textes entlarvt die Lüge aller geopolitischen Rechtfertigungen. Dass ein Kinderbuchautor klarer spricht als ein Präsident, ist ein Skandal. Ein Skandal auch, dass ein Staat zur Projektionsfläche eines Tyrannen werden kann, dass Kultur, Sprache und Geschichte zu bloßen Kulissen der Gewalt verkommen. Und dass Bomben lauter sprechen dürfen als Gedichte – und man es geschehen lässt.

    Written by Hansjörg Rogger

    *Im Kinderbuch-Band „Tutti i colori della pace“ („Alle Farben des Friedens“) – 2024 erschienene Anthologie von Rodari-Texten rund um Frieden und Freundschaft, herausgegeben vom Verlag EL Narrativa, performt vom Rapper Ghali Amdouni.

  • Ukrainer leiden und sterben, und der Herr in Moskau schickt weiter Bomben und Drohnen

    Es ist schlicht eine Schande, wie wir hier weiter unseren Cappuccino schlürfen, während der Papst – er heißt nun Leo – vom Balkon herab den Frieden predigt, die Mächtigen der Welt viel reden, von Fortschritten fantasieren, und ein gewissenloser Mann in Moskau die Bahnlinie von Tschop nach Barwenkowo in der Ostukraine angreift – mit 291 Passagieren an Bord – und fünf Menschen tötet. (FAZ, 29.1.2026)

    Der ukrainische Präsident erklärte, dass in jedem anderen Land ein Drohnenangriff auf einen zivilen Zug als Terrorakt eingestuft würde. Hier jedoch, nicht weit von der ukrainischen Grenze entfernt, beschäftigen uns das zu geringe Kindergeld, der überbordende Tourismus und politische Provinzpossen.

    Und der Herr im Weißen Haus meint, dass es „nett“ sei, (very nice) wenn der Herr in Moskau für eine Woche das Töten sein lässt. Trump: „It’s extraordinary cold, record-setting cold over there too…“ (elpais.com, 29.2.26) Und danach kann der angeklagte Kriegsverbrecher wieder loslegen und weiter morden. Mir graut!

    Nichts ist daraus geworden. „Very nice“ Am 1.2.26 wurde eine Säuglingsstation angegriffen. 15 Zivilisten starben. Und die Russen scheinen dem Morden ihrer Machthaber einfach nur zuzuschauen. Schweigend – ergeben – gleichgültig? Und das schon vier Jahre lang. Der rumänische Tyrann Ceaușescu wurde 1989 beim Volksaufstand von einer aufgebrachten Menge an die Mauer gestellt und erschossen. Mussolini ging es 1945 genauso. Assad war zu feige, um sich der Wut der Menschen zu stellen und haute ab. Den Naziverbrecher Eichmann hatte man gejagt und hingerichtet. Gerechtigkeit wird den Preis einfordern – früher oder später – immer! Die Geschichte lügt nicht. „Wer das Schwert nimmt wird durch das Schwert umkommen.“ (Mattäus 26.52) Oder Thomas Jefferson: „Gottes Gerechtigkeit kann nicht ewig schlafen“

    Hansjörg Rogger

  • Es darf nicht relativiert werden, was der Russe Putin und seine Helfershelfer den Ukrainern antun

    In einem Rechtsstaat gilt ein grundlegendes Prinzip: Wer Verbrechen begeht, muss mit Strafen rechnen. Dieses Prinzip schützt nicht nur einzelne Bürgerinnen und Bürger, sondern die gesamte Ordnung, die auf Recht, Verantwortung und Menschenwürde basiert. Es spielt dabei keine Rolle, ob der Täter ein Einzelner ist oder ein mächtiger Staatsführer – vor dem Recht dürfen keine Ausnahmen gelten.

    Wendet man diesen Maßstab an, muss auch das Handeln Wladimir Putins bewertet werden. Der Versuch, ein souveränes Land mit Gewalt für sich zu beanspruchen, widerspricht fundamental dem Völkerrecht. Krieg zur territorialen Erweiterung ist kein politisches Mittel, sondern ein Verbrechen. Hinzu kommen schwerwiegende Vorwürfe wie die Entführung ukrainischer Kinder und die systematische Terrorisierung der Zivilbevölkerung. Solche Taten verletzen elementare Menschenrechte und treffen die Schwächsten einer Gesellschaft.

    Ein Rechtsstaat – national wie international – verliert seine Glaubwürdigkeit, wenn er solche Verbrechen hinnimmt oder relativiert. Gerechtigkeit darf nicht von Macht abhängen. Wenn Recht mehr sein soll als ein leeres Wort, dann müssen auch Staatsoberhäupter für ihre Taten zur Verantwortung gezogen werden. Nur so kann die Idee des Rechtsstaates Bestand haben.

    Hansjörg Rogger