Schlagwort: Tyrannei

  • Ukrainer leiden und sterben, und der Herr in Moskau schickt weiter Bomben und Drohnen

    Es ist schlicht eine Schande, wie wir hier weiter unseren Cappuccino schlürfen, während der Papst – er heißt nun Leo – vom Balkon herab den Frieden predigt, die Mächtigen der Welt viel reden, von Fortschritten fantasieren, und ein gewissenloser Mann in Moskau die Bahnlinie von Tschop nach Barwenkowo in der Ostukraine angreift – mit 291 Passagieren an Bord – und fünf Menschen tötet. (FAZ, 29.1.2026)

    Der ukrainische Präsident erklärte, dass in jedem anderen Land ein Drohnenangriff auf einen zivilen Zug als Terrorakt eingestuft würde. Hier jedoch, nicht weit von der ukrainischen Grenze entfernt, beschäftigen uns das zu geringe Kindergeld, der überbordende Tourismus und politische Provinzpossen.

    Und der Herr im Weißen Haus meint, dass es „nett“ sei, (very nice) wenn der Herr in Moskau für eine Woche das Töten sein lässt. Trump: „It’s extraordinary cold, record-setting cold over there too…“ (elpais.com, 29.2.26) Und danach kann der angeklagte Kriegsverbrecher wieder loslegen und weiter morden. Mir graut!

    Nichts ist daraus geworden. „Very nice“ Am 1.2.26 wurde eine Säuglingsstation angegriffen. 15 Zivilisten starben. Und die Russen scheinen dem Morden ihrer Machthaber einfach nur zuzuschauen. Schweigend – ergeben – gleichgültig? Und das schon vier Jahre lang. Der rumänische Tyrann Ceaușescu wurde 1989 beim Volksaufstand von einer aufgebrachten Menge an die Mauer gestellt und erschossen. Mussolini ging es 1945 genauso. Assad war zu feige, um sich der Wut der Menschen zu stellen und haute ab. Den Naziverbrecher Eichmann hatte man gejagt und hingerichtet. Gerechtigkeit wird den Preis einfordern – früher oder später – immer! Die Geschichte lügt nicht. „Wer das Schwert nimmt wird durch das Schwert umkommen.“ (Mattäus 26.52) Oder Thomas Jefferson: „Gottes Gerechtigkeit kann nicht ewig schlafen“

    Hansjörg Rogger

  • Es darf nicht relativiert werden, was der Russe Putin und seine Helfeshelfer den Ukrainern antun

    In einem Rechtsstaat gilt ein grundlegendes Prinzip: Wer Verbrechen begeht, muss mit Strafen rechnen. Dieses Prinzip schützt nicht nur einzelne Bürgerinnen und Bürger, sondern die gesamte Ordnung, die auf Recht, Verantwortung und Menschenwürde basiert. Es spielt dabei keine Rolle, ob der Täter ein Einzelner ist oder ein mächtiger Staatsführer – vor dem Recht dürfen keine Ausnahmen gelten.

    Wendet man diesen Maßstab an, muss auch das Handeln Wladimir Putins bewertet werden. Der Versuch, ein souveränes Land mit Gewalt für sich zu beanspruchen, widerspricht fundamental dem Völkerrecht. Krieg zur territorialen Erweiterung ist kein politisches Mittel, sondern ein Verbrechen. Hinzu kommen schwerwiegende Vorwürfe wie die Entführung ukrainischer Kinder und die systematische Terrorisierung der Zivilbevölkerung. Solche Taten verletzen elementare Menschenrechte und treffen die Schwächsten einer Gesellschaft.

    Ein Rechtsstaat – national wie international – verliert seine Glaubwürdigkeit, wenn er solche Verbrechen hinnimmt oder relativiert. Gerechtigkeit darf nicht von Macht abhängen. Wenn Recht mehr sein soll als ein leeres Wort, dann müssen auch Staatsoberhäupter für ihre Taten zur Verantwortung gezogen werden. Nur so kann die Idee des Rechtsstaates Bestand haben.

    Hansjörg Rogger

  • Die Schlächter von Moskau und Tel Aviv

    Es gehört zu den bitteren Ironien der Geschichte, dass die Menschheit trotz all ihrer Katastrophen nie müde wird, sie zu wiederholen. Zwei Männer prägen in diesen Tagen das Weltgeschehen – und beide stehen für eine Politik, die nicht auf Recht und Freiheit zielt, sondern auf Gewalt und Unterdrückung.

    Dass sich im Westen dennoch Stimmen finden, die ihnen – sei es aus Naivität, sei es aus Kalkül – den roten Teppich ausrollen, macht die Sache umso schwerer erträglich. Ebenso unerträglich ist es zu sehen wie Kinder, Frauen und Männer niedergebombt werden und der Vorschlag für den Friedensnobelpreis über den Tisch gereicht wird. Der Zynismus der Macht siegt über die Lehren der Vergangenheit. Man setzt ein politisches Signal, demonstriert Macht und will das Bild im öffentlichen Diskurs für sich umdeuten und vereinnahmen. Ein geopolitisches mörderisches Spiel, das infamer nicht sein kann. Ein Palästinenser aus Gaza Stadt berichtet in der SZ vom 22.8.25: „Ich bin müde, ich weiß nicht mehr weiter, wir haben nur noch Angst, daraus besteht unser Leben.“

    Ich erinnere mich an die Erzählungen meiner Familie: Mein Großvater trug die Schatten des Ersten Krieges, mein Vater die Kälte Finnlands. Aus dieser Last erwuchs in mir die Hoffnung, dass die Welt sich eines Tages gegen die Tyrannei wappnen würde – dass meine Generation, und die danach, in einem anderen Rhythmus leben könnte – im Takt von Freiheit und Recht und tatsächlichem Frieden.

    Doch diese Hoffnung ist zerplatzt. Mit der Annexion der Krim, dem Krieg in der Ukraine und den Bombennächten über Gaza verschwand sie wie eine Seifenblase – einfach nicht mehr da. Die Illusionen der 1960er Jahre, als man an Fortschritt, Dialog und eine friedlichere Welt glaubte, wirken heute wie Relikte aus einem Traum.

    Es gab ein kurzes Leuchten. Mit Gorbatschows Glasnost und Perestroika blitzte die Idee einer anderen Politik auf – offener, menschlicher, fast wie das Aufstoßen von Fenstern, durch die die frische Luft hereinwehen konnte. Doch heute sind diese Fenster wieder geschlossen. Die Hoffnung liegt begraben, beinahe vergessen – zusammen mit Gorbatschow selbst. Sein Grab verhöhnt, dem Vergessen und Verdrängen preisgegeben.

    Am Ende bleibt nur, sich an Worte zu klammern, die älter sind als unsere Gegenwart – und doch hell in sie hineinleuchten. Thomas Jefferson bekannte einst, im Blick auf die Sklaverei: „Ich zittere für mein Land, wenn ich bedenke, dass Gott gerecht ist; dass seine Gerechtigkeit nicht ewig schlafen kann.“ Und Berthold Brecht erinnerte nüchtern: „Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Wer sie weiß und eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher.“ Und Willy Brandt weist darauf hin, dass sich letztendlich der, der Völkerrechte bricht und Kriegsverbrechen begeht die eigene Existenzgrundlage gefährdet. „Wer das Schwert nimmt, wird durch das Schwert umkommen.“ (Matthäus 26,52) Im Englischen heißt es: „Cutting the branch you are sitting on.”

    Hansjörg Rogger