Wir beginnen alles zu vergessen, was die Rechten vor nun 80 Jahren angerichtet hatten. Man hofiert mit jenen, die unsere Kultur auslöschen wollten. Mit jenen, die allein bestimmen wollten, wohin die Fahrt zu gehen habe. Mit jenen, die die Diversität behindern, mit jenen, die sich nie von der „Flamme“ distanzierten. Mit jenen, die geschickt sind, ihren Wolf im Schafspelz zu verstecken. Mit jenen, die der Wissenschaft wenig Relevanz zugestehen. Mit jenen, die unsere Väter, Mütter, Großväter, Großmütter drangsalierten und ihnen Sprache und Identität rauben wollten.
Es ist nicht gut, was sich da im südlichen Tirol anbahnt. Ich schäme mich. Die liberalen Optionen gab es zwar, aber sie zählen scheinbar nicht mehr. Humanismus, Natur und Wissenschaften, Diversität und Europäismus werden zugunsten von was weiß ich geopfert.
Ich gab meine Stimme für ein weltoffenes, diverses, europäisches Land. Wir wären es unseren Müttern und Vätern schuldig, auch nach 80 Jahren. Die Rechten südlich und nördlich von Salurn schicken sich nun an, Ehevorbereitungen zu treffen. Die, die es besser wissen müssten, drücken beide Augen und Ohren zu. Man höre: „…..wir Freiheitlichen lehnen bi- oder trilinguale Experimente ab. Erst recht sind wir gegen einsprachige englische Schulklassen.“ Sagten dies und verschwanden hinter der Koalitionstür.
Johann Georg (Hansjörg) Rogger Ex Schulführungskraft. Publizist. Johann.rogger@me.com