
Autor: Hansjörg (Johann Georg) Rogger
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Bild des Monats August 2026

🟠 Ringelblumenwiese (Calendula officinalis), Bearbeitetes Foto mit IPhoto und KI, 2026. Grundlage ist das originale Foto von © Hansjörg (Johann Georg) Rogger, aufgenommen mit Nikon, Makro 180-300 mm -
23.8.2026: Schönheit und Vielfalt vs. Extremismus
Die Liebe zur Schönheit und Vielfalt ist vielleicht ein unterschätztes Gegengift gegen den Radikalismus. Denn Radikalismus, gleichgültig, ob er sich links, rechts oder unter einem anderen Banner versammelt, verlangt nach Vereinfachung: nach klaren Grenzen, reinen Begriffen, eindeutigen Feinden. Die Schönheit und mit ihr die Vielfalt hingegen beginnt dort, wo die Welt sich dieser Eindeutigkeit entzieht.
Wer Schönheit und Vielfalt wirklich liebt, muss lernen, genau hinzusehen. Er muss Unterschiede aushalten, Zwischentöne wahrnehmen, Widersprüche nicht sofort beseitigen. Ein Gedicht kann gleichzeitig traurig und tröstlich sein, ein Bild zugleich verstören und bezaubern, ein Mensch zugleich schuldig und liebenswert. Ästhetische Erfahrung lehrt uns, dass das Wirkliche selten nur eine Farbe trägt.
Vielleicht liegt darin ihre politische Kraft. Der Radikale möchte die Welt in ein System zwingen; der ästhetische Blick betrachtet, bevor er urteilt. Er hört, bevor er verurteilt. Er erkennt im Fremden nicht automatisch eine Bedrohung, sondern zunächst eine Form des Daseins, die es zu verstehen gilt.
Das bedeutet nicht, dass die Liebe zur Schönheit blind gegenüber dem Bösen macht. Im Gegenteil: Sie kann den Blick für das Böse schärfen. Wer Sinn für Form, Maß und Proportion hat, erkennt auch die Hässlichkeit des Fanatismus: seine Lust an der Zerstörung, seine Verachtung des Einzelnen, seine Sehnsucht nach Reinheit und Eindeutigkeit. Radikalismus ist deshalb auch eine ästhetische Verarmung: Die Vielfalt der Welt wird auf ein einziges Bild, eine einzige Wahrheit, ein einziges Motiv reduziert.
Die Liebe zur Schönheit und Vielfältigkeit verteidigt dagegen die Vielstimmigkeit. Sie sagt: Es darf kompliziert sein. Es darf widersprüchlich sein. Es darf Schönheit geben, ohne dass sie ideologisch vereinnahmt werden kann.
Vielleicht ist das die stille Form des Widerstands: nicht lauter zu werden als der Radikalismus, sondern genauer. Nicht die Welt zu vereinfachen, sondern sie wieder in ihrer ganzen schwierigen, widersprüchlichen Schönheit anzusehen. Denn wo der Mensch wieder staunen kann, muss er nicht sofort vernichten.
*Fjodor Dostojeweski: „Die Schönheit wird die Welt retten.“
**Friedrich Schiller: „…dass es die Schönheit ist, durch welche man zu der Freiheit wandert.“
Bei Hannah Arendt ist weniger von „Schönheit“ im engeren Sinn die Rede, dafür sehr stark von Kunst, Dauer und öffentlicher Welt. Kunstwerke gehören für sie zu den Dingen, die eine gemeinsame Welt zwischen Menschen schaffen und über die Lebenszeit des Einzelnen hinaus Bestand haben.
***Johann Wolfgang von Goethe: „Das Schöne ist eine Manifestation geheimer Naturgesetze, die uns ohne dessen Erscheinung ewig wären verborgen geblieben.“
Man erinnere sich an das Jahr 1933 und an die Bücherverbrennungen der Nationalsozialisten. Goebbels sagte damals: „Ich übergebe alles Undeutsche dem Feuer …“
Und heute?
Das Bauhaus, das für eine geistige, soziale wie ästhetische Offenheit und kontinuierliche Erneuerung steht, soll, wie die Rechten verkünden, aus dem kulturellen Gedächtnis getilgt werden. (Siehe unten die Unterstützung des Bauhaus-Manifestes)
Geht es Stefan Zweig, Bertolt Brecht, Erich Kästner, Kurt Tucholsky, Thomas Mann, Lion Feuchtwanger, Mascha Kaléko, George Orwell … wieder an den Kragen?
Die Rechten haben angekündigt, wiederzukommen. Und mit ihnen droht die alte Verarmung wieder aufzuleben. Der Welt würde damit das genommen, was sie offen, widersprüchlich und schön gemacht hat.
Aber auch die Geschichte der DDR zeigt, wohin es führt, wenn der Staat darüber entscheidet, welche Kunst, welche Literatur und welche Gedanken als erwünscht gelten. Künstler und Schriftsteller wurden zensiert, Werke verboten, Menschen aus dem kulturellen Leben ausgeschlossen, weil sie nicht in das ideologische Weltbild der SED passten. Die Freiheit der Kunst wurde einer politischen Wahrheit untergeordnet.
Der AFD Kulturbeauftragte in Sachsen-Anhalt Hans-Thomas Tillschneider sagt: „Wir haben in unserem Regierungsprogramm erklärt, kein Staatsgeld mehr für die Förderung antideutscher Kunst ausgeben zu wollen. Weiterhin kündigen wir an, dass Vereine, die aus Steuergeldern gefördert werden wollen, eine Demokratie- und Patriotismus-Erklärung abgeben müssen.“
Politiker, die den Anspruch erheben, ein Land zu vertreten, schlagen heute wieder mit solchen Parolen um sich – und finden Menschen, die ihnen zujubeln. 1933 war es nicht anders. Und auch die DDR hat gezeigt, wie schnell aus dem Anspruch, Kultur im Namen einer vermeintlich höheren Wahrheit zu schützen, politische Kontrolle und kulturelle Verarmung werden können.
Es geht deshalb nicht darum, politische Richtungen gleichzusetzen. Es geht um ein Prinzip: Sobald eine Regierung festlegen will, welche Kunst „richtig“ und welche „antideutsch“, „undeutsch“ oder sonst wie unerwünscht ist, gerät die Freiheit der Kunst in Gefahr.
Die Ungarn haben es uns vorgemacht: Nach 16 Jahren autoritärer Herrschaft haben sie der Schönheit und der Vielfalt ab dem 12. April 2026 wieder eine Chance gegeben – als Gegenkraft zu jener Verarmung, die entsteht, wenn eine Gesellschaft auf eine einzige Wahrheit, eine einzige Sichtweise reduziert wird. Im Blog unten: „Den Hassern ein Bein gestellt“ habe ich die Ungarn für ihren Schritt zurück zur Freiheit beglückwünscht.
Hansjörg Rogger

*Fjodor M. Dostojewski: Der Idiot. Dritter Teil, Kapitel V. Dort fragt Ippolit den Fürsten Myschkin sinngemäß, ob es wahr sei, dass er einmal gesagt habe: „Die Schönheit wird die Welt retten.“
**Friedrich Schiller: Über die ästhetische Erziehung des Menschen, in einer Reihe von Briefen. 1795.
***Johann Wolfgang Goethe, Maximen und Reflexionen, Nr. 183.

Unterstützungsschreiben Bauhaus Manifest, 26.8.2026


Den Hassern ein Bein gestellt
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21.8.2026: Was mich an der Fotografie interessiert
Mich interessieren an der Fotografie die Besonderheiten – im Großen wie im Kleinen. Das Offensichtliche ebenso wie das Beiläufige, das sich erst zeigt, wenn man innehält und genauer hinsieht. Ein Motiv muss dabei nicht spektakulär sein. Es kann seine Besonderheit in einer Landschaft tragen, in einem Licht, einer Bewegung, einer Oberfläche, einer Architektur oder in einem kleinen Detail, das sich dem schnellen Blick zunächst entzieht. Fotografie bedeutet für mich deshalb vor allem Aufmerksamkeit: wahrzunehmen, was vorhanden ist, und dem, was sichtbar und erlebbar werden kann, eine besondere Präsenz zu geben.
Vielleicht liegt darin auch die eigentliche Nähe zwischen Fotografie und ihrer Bearbeitung. Denn ein Bild kann verändert werden, ohne dass sein innerer Bezug zum Motiv verloren geht. Es kann eine andere Anmutung erhalten, eine andere Atmosphäre, eine andere Intensität – und dennoch in seinem Kern dasselbe Bild bleiben.
Ein schönes Beispiel dafür begegnet mir in der Auseinandersetzung mit Arbeiten von Gerhard Richter, die ich 2024 in einer Ausstellung in Düsseldorf fotografiert habe. Schon dort wird auf besondere Weise sichtbar, wie nah Fotografie und malerische Wahrnehmung beieinanderliegen können. Das fotografische Bild ist Ausgangspunkt und Wirklichkeit zugleich; durch die malerische Überarbeitung entsteht etwas Neues, ohne dass die ursprüngliche fotografische Herkunft einfach verschwindet. Gerade dieses Spannungsverhältnis zwischen dem Vorgefundenen und dem Veränderten interessiert mich.
Meine eigenen Bearbeitungen gehen von einem ähnlichen Gedanken aus, die Absicht mag eine etwas andere sein, aber auch bei ihnen steht jeweils ein Originalfoto am Anfang. Das Motiv bleibt der Ausgangspunkt und damit der Bezugspunkt des Bildes. Es wird nicht gegen etwas anderes ausgetauscht, sondern in seiner vorhandenen Eigenart weitergedacht.
So kann aus einer Landschaft durch die Bearbeitung eine fast aquarellartige Erscheinung entstehen. Die Farben werden vielleicht freier, die Flächen lösen sich etwas stärker voneinander, ein Regenbogen tritt deutlicher hervor, und doch bleibt die Landschaft dieselbe. Sie hat ihren Ort, ihre räumliche Ordnung, ihren Charakter nicht verloren. Die Bearbeitung macht lediglich etwas stärker spürbar, das bereits im fotografischen Ausgangsbild angelegt war: die Atmosphäre, die Farbigkeit, vielleicht auch das Flüchtige eines Augenblicks.
Ähnlich verhält es sich bei der nächtlichen Ansicht mit dem Kirchturm und dem Mond (siehe Bild unten). Die malerische Anmutung verändert die Oberfläche des Bildes. Strukturen werden betont, das Licht gewinnt an Körper, der Himmel scheint beinahe aus Pinselbewegungen zu bestehen. Und trotzdem bleibt der zentrale Gedanke des fotografierten Motivs erhalten: die nächtliche Szenerie, der Mond, die Silhouette des Kirchturms, die Bäume und die Architektur (siehe Bild unten). Nichts Sachfremdes wird in die Szene hineinerzählt. Die Bearbeitung versucht vielmehr, die vorhandene Stimmung auf eine andere Weise erfahrbar zu machen.
Das ist für mich ein wesentlicher Unterschied zwischen Veränderung und Manipulation. Veränderung kann dem Bild dienen. Manipulation würde seine Aussage verschieben. Die Bearbeitung darf sich also bemerkbar machen, sie darf sogar eine eigene ästhetische Qualität entwickeln – aber sie sollte den Ursprung nicht verleugnen und dem Motiv nichts aufdrängen, was ihm nicht entspricht.
Dabei interessiert mich nicht die möglichst genaue Nachahmung von Malerei. Ebenso wenig geht es mir darum, aus einer Fotografie etwas zu machen, das sie nicht sein darf. Mich reizt vielmehr der Zwischenraum: der Moment, in dem ein fotografisches Bild seine fotografische Herkunft noch trägt und zugleich eine andere sinnliche Wirkung entfaltet.
Vielleicht ist es gerade dieses Dazwischen, das den Bildern ihre Spannung gibt.
Das Original bleibt gegenwärtig. Es wird nicht ausgelöscht, sondern tritt durch die Bearbeitung anders hervor. Man könnte sagen: Die Fotografie bleibt das Gedächtnis des Bildes, während die Bearbeitung seine Wahrnehmung verändert.
Dabei kann etwas Kleines plötzlich groß werden. Eine Struktur, eine Farbe, ein Lichtsaum oder eine Bewegung, die im Original nur am Rand der Aufmerksamkeit lag, kann durch die Bearbeitung zu einem tragenden Element werden. Und umgekehrt kann ein großes Motiv an Bedeutung verlieren, wenn die eigentliche Schönheit in einem unscheinbaren Detail liegt.
Mich interessiert genau dieses Verhältnis von Nähe und Entfernung, von Wirklichkeit und Wahrnehmung.
Ich möchte das Bild nicht verbessern, weil ich glaube, dass das Original unvollkommen ist. Ich möchte ihm vielmehr eine Möglichkeit geben, etwas von seiner eigenen Ästhetik deutlicher zu zeigen. Jede Landschaft, jede Architektur, jede Lichtstimmung besitzt eine Eigenart. Manchmal ist sie klar erkennbar, manchmal muss man sie erst freilegen. Die Bearbeitung wird dann zu einer Art behutsamer Annäherung: nicht zum Erfinden einer anderen Welt, sondern zum Sichtbarmachen einer bereits vorhandenen.
Vielleicht ist das auch der Grund, weshalb mich die Besonderheiten im Großen wie im Kleinen so beschäftigen. Das Besondere ist nicht zwangsläufig das Außergewöhnliche. Es kann in einem ganz gewöhnlichen Motiv verborgen sein. Es kann im Nebel einer Landschaft liegen, in einem Regenbogen (siehe Bild unten), in der Farbe eines Hanges, im Mondlicht über einem Kirchturm. Es ist da, bevor die Kamera auslöst.
Die Fotografie hält diesen Augenblick fest. Die Bearbeitung darf ihn weiterführen. Aber sie sollte ihn nicht verraten. Denn am Ende geht es mir nicht darum, aus einem Foto etwas völlig anderes zu machen. Es geht mir darum, seine innewohnende Ästhetik einzufangen, sie vielleicht zu verdichten und für den Betrachter intensiver erlebbar werden zu lassen.
Das Bild darf sich verändern. Seine Wahrheit muss dabei nicht verloren gehen. Im Gegenteil: Manchmal wird sie gerade durch die Veränderung sichtbarer.

Gerhard Richter gab mir den Anstoß, im Alltäglichen das Besondere zu entdecken – und durch die behutsame Veränderung des fotografischen Bildes dem Wesentlichen näherzukommen.

Gerhart Richter in der Ausstellung in Düsseldorf 2024. Ein Leitmotiv, das mich inspiriert. Übermalte Fotografien. Text aus der Bildbeschreibung in der Kunstausstellung: „1989 begann Gerhard Richter, Fotografien mit Öl- oder Lackfarbe zu übermalen. Als Grundlage dienten in der Regel handelsübliche Fotoabzüge in der Größe von 10 auf 15 Zentimetern. Diese waren auf Reisen, im Urlaub, im Bekanntenkreis oder beim Spaziergehen aufgenommen worden. “ Die eingerahmtener Bilder wurden aufgenommen von Hansjörg Rogger im Kunsthaus Düsseldorf 2024 
Gerhard Richter, in der Düsseldorfer Ausstellung, 2024 

Zwei Beispiele aus meinen Versuchen, Augenblicke zu verdichten und ästhetisch zu fokussieren


Regenbogen, Bruneck in Richtung Kronplatz, aufgenommen im Juni 2025, oben das unbearbeitete Original, unten die bearbeitete Version. Aufnahme von Hansjörg Rogger 

Bruneck, Tschurtschenthaler Park, aufgenommen 2017 mit Nikon Teleobjektiv 300 mm von Hansjörg Rogger und nachbearbeitet. Einer Ölmalerei nachempfunden. 
Hier das unbearbeitete Original, Tschurtschenthaler Park 2017 
Hinweise auf meine Bildgalerien: https://hansjoerg.blog/2026/01/22/bildergalerie-hjr/. https://hansjoerg.blog/2026/05/20/bildergalerie-2/. https://hansjoerg.blog/2026/07/28/bildergalerie-3-sommer-2026/
Hansjörg Rogger
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19.8.2026: Eine Hommage an das Rudolf Stolz Museum und sein Kuratorium
Kunst wird zum Anlass, die Welt einmal aus einem ungewohnten Winkel anzusehen. Das macht neugierig, und die Erwartungshaltung ist jedes Mal beachtlich hoch. Ein Museum wie das Stolz Museum kann einen kleinen geografischen Raum gedanklich größer machen. Es lässt die Grenzen des Provinziellen durchlässig werden, ohne die eigene Herkunft abzuwerten. Im Gegenteil: Gerade aus der Vertrautheit mit dem eigenen Ort entsteht die Möglichkeit, über ihn hinauszuschauen.
Was bleibt, ist deshalb weniger eine einzelne Ausstellung oder ein bestimmtes Kunstwerk als eine Erfahrung: dass ein Museum einen Ort öffnen kann. Für Kunst, für andere Perspektiven – und letztlich für eine Welt, die größer ist als das, was man bereits zu kennen glaubt.
In den zahlreichen thematischen Ausstellungen der vergangenen Jahre und natürlich auch in den diesjährigen „Klangfarben“ erkenne ich immer wieder jene Entwicklung, die sich in Stolz’ Spätwerk als zunehmende Poesie und Vielfalt zeigt. Dabei geht es nicht nur um die Erweiterung des künstlerischen Spektrums. Es geht vielmehr um eine Haltung: um die Bereitschaft, Vertrautes neu zu betrachten, andere Stimmen zuzulassen und auch dort Zusammenhänge zu entdecken, wo man sie zunächst nicht erwartet.
Vielleicht liegt genau darin die besondere Bedeutung eines Museums in einem kleinen Ort. Es muss nicht groß sein, um Weite zu erzeugen. Es muss nicht viele Räume haben, um neue Räume im Denken zu öffnen. Und es muss seine Herkunft nicht verlassen, um über sie hinauszuweisen.
Das Kuratorium Rudolf Stolz Museum hat diese Durchlässigkeit möglich gemacht. Es hat dem Museum über die Jahre eine Offenheit gegeben, die weit über die Präsentation einzelner Werke hinausgeht. Mit jeder Ausstellung entsteht ein neuer Blick, ein neuer Zusammenhang, manchmal auch eine neue Frage. Und gerade diese Fragen sind es, die nachwirken.
So ist das Museum längst mehr geworden als ein Ort der Bewahrung. Es ist zu einem Ort der Begegnung geworden – zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen regionaler Verankerung und künstlerischer Weltsicht, zwischen dem Bekannten und dem noch Unentdeckten.
Vielleicht ist das die schönste Form von Museumsarbeit: einen Ort nicht größer erscheinen zu lassen, als er ist, sondern ihn größer denken zu lassen. Das Stolz Museum hat dafür über viele Jahre einen bemerkenswerten Raum geschaffen.
Hansjörg Rogger


Walter Moroder, Son tlo, 2024, Zirbelkiefer, Glas, Acryl, in der Ausstellung „Stille“ im Rudolf Stolz Museum Sexten, 2025, https://hansjoerg.blog/2025/07/26/stille/ -
Bildergalerie 3, Sommer 2026

30.Juli 2026 in Bruneck Zentrum vom Cafe Cosmo aus um 9.30 Uhr fotografiert. links: Japanischer Fächerahorn, rechts: Thuja, imHintergrund: Rosskastanie, Aufnahme mit IPhone 13, 16:9, bearbeitet mit KI OpenAI, zum Ölfarbbild umgearbeitet, Foto:© Hansjörg (Johann Georg) Rogger 

Sommerblumenwiese, (Rauher Sonnenhut, Schmuckkörbchen, Kugeldistel, Kornblume, Malven) aufgenommen am 30.7.2026 in Bruneck, Raika-Park, mit IPhone 13 im RAW Format, Foto hjr © Hansjörg (Johann Georg) Rogger 

Sommerwiese, Sexten, 2026, Aufnahme 16:9, aquarelliert nachbearbeitet mit IPhoto und KI, Foto: © Hansjörg (Johann Georg) Rogger 

Sommersonnenuntergang fotografiert von Sexten/Moos aus nach Westen am 9.7.2026, 20.30 Uhr, Nikon Zoom,
© Hansjörg (Johann Georg) Rogger
Sommersonnenuntergang, das Original (siehe Bild oben) als Ölmalerei bearbeitet mit iPhoto, Photoshop, KI OpenAI, 9.7.2026,
© Hansjörg (Johann Georg) Rogger
Das Original oben impressionistisch umgedeutet 

Drei Schuster Spitze mit Gipfelkreuz, fotografiert von der Bergstation „Drei Zinnen„ aus mit Nikon, Teleobjektiv 70-300 mm Juli 2026,
© Hansjörg (Johann Georg) Rogger

Der Zwölferkofel, mit Nikon, Teleobjektiv 70-300 mm fotografiert im Juli 2026, von der Bergstation „Stiergarten Drei Zinnen“ aus
© Hansjörg (Johann Georg) Rogger
Der Zwölferkofel aquarelliert, Juili 2026, bearbeitet mit iPhoto und KI-OpenAI
© Hansjörg (Johann Georg) Rogger

Drei Zinnen, im Vordergrund der Paternsattel, fotografiert mit Nikon Zoom 70-300 mm von der Bergstation „Stiergarten Drei Zinnen“ aus, Juli 2026,
© Hansjörg (Johann Georg) Rogger

Schmalblättriges Heidenröschen, Sexten, Alm-Alpe Nemes, Juli 2026, Originalfoto, aufgenommen mit Nikon 18-105 mm, bearbeitet mit iPhoto + KI-OpenAI als Ölmalerei umgearbeitet,
© Hansjörg (Johann Georg) Rogger
Tassenbacher See, Osttirol, Sommer/Herbst 2025, Originalbild als Ölmalerei bearbeitet mit iPhoto und KI OpenAI, Foto: ms 

Marokko im Frühjahr, (Fächerpalme, Drillingsblume weiß, violett, rosa, Flammenbaum, Albizia u.a.) 2026, Aufnahme von ms. 
Das Originale Bild oben wurde mit iPhoto und chatcpt als Ölmalerei umgearbeitet. 

Wasserhahnenfuß auf einer Insel im Teich Waldheim Sexten, Juli 2026,
© Hansjörg (Johann Georg) Rogger
Wasserhahnenfuß auf einer Insel im Teich Waldheim Sexten. Das Original oben ist bearbeitet mit IPhoto + KI OpenAI, aquarelliert, Juli 2026, Foto hjr
© Hansjörg (Johann Georg) Rogger

Schwammstädte Bruneck, Lienz, Piere di Cadore, (gesehen am 30.7.2026 in Bruneck) Das Schwammstadt-Prinzip ist eine Pflanzmethode, die darauf abzielt, die Lebensbedingungen von Stadtbäumen zu verbessern, Baumwurzel bekommen mehr Platz, Verbesserung von Regenwasserversickerung. Die rundherum eingebauten Schotterkörper und das spezielle Substrat funktionieren wie ein Schwamm, indem er Wasser speichert, den Baum damit versorgt und den Wasserabfluss bei Starkregen dämpft. (Schafgarbe, Rauer Sonnenhut, Kugeldistel, Salbei, Witwenblume, verschiedene Gräser) Aufgenommen mit iPhoto 16:9, Foto hjr. © Hansjörg (Johann Georg) Rogger 
Dasselbe Bild wie oben, aber als Ölmalerei umgearbeitet. Bearbeitet mit iPhoto und KI OpenAI. © Hansjörg (Johann Georg) Rogger 

Der Einserkofel in den Sextner Dolomiten vom Talschluss aus gesehen, mit Gipfelkreuz, 2.698 Meter über dem Meer, aufgenommen mit Nikon Zoom 30-300 mm im Juli 2026, © Hansjörg (Johann Georg) Rogger 
Abend nach dem Sonnenuntergang, Sexten im August 2026, © Hansjörg (Johann Georg) Rogger 

Sonnenfinsternis 12.8.2026, Autor des Bildes: Jan Helebrant, Prag. (solar eclipse 2026-08-12, photographed through X-ray filmlocation: Praha, Czech Republic author: Jan Helebrant http://www.juhele.blogspot.com). Der Autor hat es der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt, indem weltweit auf alle Urheberrechte einschließlich aller verwandten und angrenzenden Rechte, im gesetzlich zulässigen Umfang verzichtet wurde. Das Werk kann kopiert, verändert, verbreitet und aufgeführt werden, auch zu kommerziellen Zwecken, ohne um Erlaubnis fragen zu müssen. Das Bild wurde von hjr. als Ölmalerei umgearbeitet. 
Sonnenfinsternis, 12.8.2026, das Original von Helebrant 

Blumensommerwiese, aufgenommen am 23.8.2026 in den Sextner Dolomiten, Foto hjr., Kornblume (Centaurea cyanus) – die zahlreichen leuchtend blauen Blüten, Schmuckkörbchen / Cosmea (Cosmos bipinnatus) – die großen rosa und weißen Blüten, Skabiose / Witwenblume (Scabiosa) – die violetten, kugelig wirkenden Blüten, Zinnie (Zinnia) – die kräftig rosa Blüten im unteren und mittleren Bereich, Ringelblume (Calendula officinalis) – die orangefarbenen Blüten, Kugeldistel (Echinops) bzw. ähnliche distelartige Blüten – einige der kugeligen violett-blauen Formen, Schafgarbe (Achillea millefolium) – die kleinen weißen Blütendolden, Glockenblumen (Campanula) – einige der kleinen blau-violetten Blüten, Gräser und verschiedene Wildkräuter als Begleitpflanzen 
Die Blumensommerwiese als Ölmalerei nachempfunden, bearbeitet mit iPhoto und KI, Grundlage ist das originale Bild oben, © Hansjörg (Johann Georg) Rogger 

Turmaufbau am Forianitor Bruneck, Aufnahme von © Hansjörg (Johann Georg) Rogger, 2026 
Alle Bilder von Hansjörg Rogger (hjr) + Gästen (ms: Sabine Mitterhofer) Entweder original mit Nikon 18-105 oder 70-300 oder mit iPhone, nachbearbeitet mit IPhoto, Photoshop und/oder OpenAI, Johann.rogger@me.com, © Hansjörg (Johann Georg) Rogger
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13. Juli 2026: Wildbad Innichen – lost Place? Photographic documentation of the surviving architectural heritage – July 2026
About this documentation
The photographs are intended to document these remaining elements before further deterioration occurs, South Tyrol, photographed from outside the site on 7 July 2026. The photographs are intended to document these remaining elements before further deterioration occursgias, balconies and the characteristic tower. The photographs are intended to document these remaining elements before further deterioration occurs. (Written by Hansjörg Rogger)
Über diese Dokumentation
Diese Seite dokumentiert die noch erhaltenen architektonischen Elemente des ehemaligen Grandhotels Wildbad in Innichen, Südtirol. Die Fotografien wurden am 7. Juli 2026 von außerhalb des nicht mehr zugänglichen Geländes aufgenommen. Zu sehen sind unter anderem Reste der Fassadengestaltung, bemalte Fassadenflächen, kunstvoll gearbeitete Holzdetails, Loggien, Balkone und der charakteristische Turm. Die Fotografien sollen diese noch vorhandenen Elemente dokumentieren, bevor sie durch den weiteren Verfall verloren gehen. (Verfasst von Hansjörg Rogger)

Brief an den Bürgermeister der Marktgemeinde Innichen, den Gemeinderat und die Verantwortlichen für Denkmalpflege und Kultur


Das Grandhotel Wildbad in Innichen, Stand Juli 2026

So sieht das Wildbad am 7.7.2026 aus:

© Hansjörg Rogger, Nordansicht, rechte Hälfte 
© Hansjörg Rogger, Nordansicht, linke Hälfte 
Und so sah das Wildbad um 1900 aus:

*Reproduktion KI 
Detailaufnahmen an der Ruine am 7.7.2026 – Florale Wandmalereien
Die nachfolgenden sechs Aufnahmen zeigen handgemalte florale Wandmalereien direkt auf dem Innen- oder Außenputz, keine Tapete. Die Motive bestehen aus kleinen Blüten, Blättern und Ranken, locker über die Fläche verteilt. Die Farben – Olivgrün, Braunrot, Ocker und zarte Grautöne – sind heute stark verblasst, dürften ursprünglich aber deutlich kräftiger gewesen sein. Gerade die Malweise ist interessant. Sie wirkt nicht wie typischer Jugendstil, sondern eher wie eine dekorative Schablonen- oder Freihandmalerei der Belle Époque. Um 1890–1910 waren solche floralen Bordüren und Streumuster in Kurhotels sehr beliebt. Sie verliehen den Räumen Eleganz, ohne die Wände vollständig auszumalen:

Aufnahme am 7. Juli 2026, Foto hjr,
© Hansjörg Rogger
Aufnahme am 7. Juli 2026, Foto hjr,
© Hansjörg Rogger
Aufnahme am 7. Juli 2026, Foto hjr,
© Hansjörg Rogger
Aufnahme am 7. Juli 2026, Foto hjr,
© Hansjörg Rogger
Aufnahme am 7. Juli 2026, Foto hjr,
© Hansjörg Rogger
Aufnahme am 7. Juli 2026, Foto hjr,
© Hansjörg Rogger
Giebelfeld mit aufgemalten Ornamenten fotografiert am 7.7.2026
Die nachfolgende Aufnahme zeigt das Giebelfeld mit einer aufgemalten Kartusche oder einem Medaillon links. Das eigentliche Bild im Medaillon ist fast vollständig verwittert. Es könnte einst ein Wappen, ein Monogramm oder ein allegorisches Motiv enthalten haben. Rechts daneben befindet sich eine ornamentale Rankenmalerei mit geschwungenen Linien. Die Bemalung ist in hellen Grau- und Ockertönen ausgeführt – wahrscheinlich bewusst zurückhaltend, damit sie mit der Architektur harmonierte. Daneben sieht man das freiliegende Ziegelmauerwerk. Dort ist der Putz abgeplatzt und legt den historischen Maueraufbau frei. Auch das erzählt etwas über den fortschreitenden Verfall.

Aufnahme am 7.Juli 2026, Foto hjr,
© Hansjörg Rogger

Giebel mit Rundbogenfenstern gesehen und fotografiert am 7.7.2026
In der nachfolgenden Giebelaufnahme kann man noch folgende Elemente erkennen:
- Ein Giebel mit zwei hohen Rundbogenfenstern. Diese Fenster wirken elegant und sind typisch für repräsentative Bauten des späten 19. Jahrhunderts. Sie sollten Licht in einen größeren Raum bringen – möglicherweise einen Treppenbereich, einen Salon oder einen Aufenthaltsraum.
- Das freigelegte Ziegelmauerwerk. Normalerweise war dieses vollständig verputzt. Dass die Ziegel heute sichtbar sind, ist allein Folge des Verfalls. Gleichzeitig erkennt man dadurch die hohe Qualität des Mauerwerks und die sorgfältig gemauerten Rundbögen über den Fenstern.
- Der Schornstein. Er zeigt, dass dieser Gebäudeteil beheizt wurde. In einem Kurhotel spielte die Beheizung eine große Rolle, da die Saison weit über die Sommermonate hinausging.
- Die Dachreste. Die Schindeln und die eingestürzte Holzkonstruktion lassen erahnen, wie massiv der Dachstuhl einst gewesen sein muss.

Aufnahme am 7.Juli 2026, Foto hjr,
© Hansjörg Rogger
Geschweifter Dachaufsatz gesehen und fotografiert am 7.7.2026
- Es handelt sich um einen geschweiften Dachaufsatz – vermutlich eine Attika oder Gaube mit barockisierenden Formen.
- Die S-förmigen Voluten links und rechts sind typisch für den Späthistorismus. Sie zitieren barocke Architektur, ohne sie direkt zu kopieren.
- Das kräftig profilierte Gesims verleiht dem Bauteil Tiefe und Plastizität.
- Oben erkennt man eine kleine Rundöffnung oder ein Oculus, ein klassisches Gestaltungselement zur Belichtung oder einfach als Schmuckmotiv.
Das Wildbad war kein nüchterner Zweckbau, sondern ein repräsentatives Kurhotel, dessen Architekt großen Wert auf die Silhouette legte. Solche Dachaufsätze dienten nicht der Funktion, sondern der Wirkung. Schon von weitem sollte das Gebäude Eleganz ausstrahlen.

Aufnahme am 7.Juli 2026, Foto hjr,
© Hansjörg Rogger
Der Balkon mit den geschwungenen Konsolen, gesehen und fotografiert am 7.7.2026
- Die geschwungenen Konsolen und Geländer sind sorgfältig ausgesägt und erinnern an den sogenannten Schweizer Holzstil, der bei Alpenhotels und Kurhäusern des späten 19. Jahrhunderts sehr beliebt war.
- Gleichzeitig ist das geschweifte Blechdach darüber eindeutig repräsentativ gestaltet. Es schützt den Balkon und verleiht ihm Eleganz.
- Diese Verbindung von Mauerwerk und feiner Holzarchitektur war typisch für gehobene Kurhotels: massive Bauweise verbunden mit warmen, handwerklich gestalteten Holzelementen.
- Das ist fast wie ein Querschnitt durch die Baugeschichte:
der tragende Ziegel,
der Kalkputz,
die sorgfältig modellierten Gesimse,
die Holzarchitektur,
die Blechverkleidung.
Alle Schichten sind gleichzeitig sichtbar.

Aufnahme am 7.Juli 2026, Foto hjr,
© Hansjörg Rogger
Der Turm des Wildbads mit Glockengeschoss, gesehen und fotografiert am 7.7.2026
- Die offene Arkade mit den Rundbögen verleiht dem Turm Leichtigkeit. Solche Glocken- oder Aussichtsgeschosse waren im Historismus beliebt und dienten oft als Aussichtspunkt oder als gestalterischer Abschluss.
- Die profilierten Gesimse und die kleinen Schlusssteine über den Bögen zeigen eine sorgfältige handwerkliche Ausführung.
- Das geschweifte Haubendach aus Blech ist hervorragend proportioniert. Seine elegante Form ist typisch für die Architektur der Belle Époque und verweist auf barocke Vorbilder, ohne sie direkt zu kopieren.
- Die schlanke Spitze (Laterne) krönt den Turm und verleiht ihm Eleganz. Gerade diese vertikale Betonung macht den Turm von weitem sichtbar.

Aufnahme des Glocken- und Aussichtgeschosses am 7.Juli 2026, Foto hjr,
© Hansjörg Rogger
Aufnahme am 7.Juli 2026, Foto hjr,
© Hansjörg Rogger
Die Loggia, gesehen und fotografiert am 7.7.2026
Eine Loggia ist ein überdachter, zur Landschaft geöffneter Raum. In einem Kurhotel war sie kein Zufall, sondern gehörte zum Konzept. Die Gäste konnten dort sitzen, lesen, sich unterhalten oder einfach die Waldluft genießen – ein wesentlicher Bestandteil der damaligen Kurkultur.
Das freigelegte Mauerwerk
Über den Bögen ist der Putz abgefallen und gibt die Ziegel frei. Das zeigt etwas Interessantes: Die Rundbögen bestehen konstruktiv tatsächlich aus Ziegeln; der Putz war lediglich die veredelnde Oberfläche. Heute kann man die Bauweise direkt ablesen – etwas, was man bei einem intakten Gebäude nie sehen würde.
Spuren der Innenräume
Hinter den Säulen erkennt man noch Fensterrahmen und Reste der Wandgestaltung. Besonders auffällig ist die warme ocker- bis terrakottafarbene Wandfläche. Das dürfte kein Zufall sein. Solche warmen Farbtöne waren in Kurhäusern beliebt, weil sie eine freundliche, wohnliche Atmosphäre schufen.
Der Fensterladen
Rechts hängt noch ein alter Holzladen. Er wirkt fast wie eine letzte Erinnerung daran, dass hier einmal Menschen wohnten, Gäste ein- und ausgingen und täglich Fenster geöffnet wurden. Solche Details verleihen der Ruine etwas sehr Menschliches.
Ein architektonischer Gedanke
Mich erinnert diese Loggia an italienische Villen des 19. Jahrhunderts. Sie vermittelt Leichtigkeit und Offenheit und verbindet das Gebäude mit dem Park und dem Wald. Das passt hervorragend zu einem Kurhotel, dessen wichtigste Ressource die Landschaft war.

Aufnahme am 7.Juli 2026, Foto hjr,
© Hansjörg Rogger
Ein Fensterrahmen, gesehen und fotografiert am 7.7.2026
- der geschweifte obere Abschluss, der an barocke Formen erinnert die kleine Bekrönung in der Mitte, die geschnitzten Voluten am unteren Abschluss, die kleinen rautenförmigen Zierelemente in den unteren Ecken.
Solche Rahmen wurden eigens für das Gebäude gefertigt. Sie waren keine Serienware, sondern Arbeiten eines Schreiners oder Tischlers. Die Grundform ist historisch, die geschwungenen Linien erinnern an barocke Vorbilder, das Material Holz verweist auf die alpine Bautradition

Aufnahme am 7.Juli 2026, Foto hjr,
© Hansjörg Rogger

Wildbad Innichen – Die Schönheit des Verbliebenen
Die Zeit hat aus dem Grandhotel eine Ruine gemacht. Gerade darin liegt heute seine Einzigartigkeit. Nicht der Wiederaufbau der Vergangenheit sollte das Ziel sein, sondern die behutsame Weiterentwicklung eines Ortes, an dem Geschichte, Kultur und Natur in einen neuen Dialog treten.

Gedichte des Innichner Schriftstellers Friedl Janach, 1991


Friedl Janach „Wildbad Innichen“ 1991, im Buch: „aus dem rahmen gefallen“ 2025 
Gewinnerbild Aquarell „Die Frau in der Kunst“ am 18.7.2026 von Bin Elena, Latisana/Welsberg

„Ein heimlicher Blick lässt das Wildbad Innichen erahnen und offenbart Spuren seiner einstigen Eleganz. Anhand verschiedener Symbole, wie dem Heilwasser und dem Türkenbund, verweist die Künstlerin auf die besondere Bedeutung dieses geschichtsträchtigen Ortes.“(Begründung der Jury am 18.7.2026), Foto:hjr.
© Hansjörg Rogger Alle Bilder (außer „Wildbad um 1900“) von Hansjörg Rogger (hjr), aufgenommen mit Nikon + Teleobjektiv. Das Foto vom Aquarell Bin Elenas ist eine Reproduktion
Quellen: https://www.provinz.bz.it/kunst-kultur/monumentbrowser-suche-iframe.asp?iutm_sourceatus=detail&utm_source=chatgpt.com ///// https://www.gl.tugraz.at/diplom/wildbad-innichen/?utm_source=chatgpt.com /// Institut für Gebäudelehre ///// https://de.wikipedia.org/wiki/Wildbad_Innichen?utm_source=chatgpt.com ///// https://die-freiheitlichen.com/wp-content/uploads/2021/07/Wildbad-Innichen-Anfrage-Nr.-1682_21.pdf?utm_source=chatgpt.com //// https://www.suedtirol.info/de/de/erlebnisse-und-events/plp-erlebnisse/erlebnisse-suedtirol/pdp-erlebnisse.smgpoia6363178db1843d6889e93a121b60cbc.wildbad-innichen.winnebach?utm_source=chatgpt.com ///// Recherche mit Hilfe der KI /// Friedl Janach, Aus dem Rahmen gefallen, 2025 //// https://www.tageszeitung.it/2024/02/26/sorge-um-die-ruine/?utm_source=chatgpt.com ////
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„Im Zweifel auf der Seite der Schwachen„ – Claus Gatterer
„Was für ein Geschenk fürs Leben eine gute Schule ist! Dass es Lehrkräfte und Förderer gibt, die diesen Preis ins Leben gerufen haben, ist bemerkenswert. Den jungen Menschen werden Türen geöffnet; sie werden ermutigt, Neues auszuprobieren und ihre Talente kreativ und gestaltend zu entdecken.“
Mit diesen Worten würdigte die Laudatorin Teresa Indjein den Schülerpreis „Claus“, der im Rahmen der Auszeichnung junger Menschen verliehen wird.
Der „Claus“ wurde 2026 bereits zum achten Mal vergeben, wie Initiator Hermann Rogger erklärte. Die Auszeichnung ist ein Gemeinschaftsprojekt des Schulverbundes Pustertal, der Pädagogischen Abteilung der Deutschen Bildungsdirektion, der Gemeinde Sexten und des ORF Wien.
Die Gewinnerin des „Claus“ 2026, Maria Erhard vom Kunstgymnasium Bruneck, setzte sich in ihrem Videobeitrag mit der ladinischen Sprache auseinander. Ihr Anliegen war es, die Vielfalt und Besonderheit dieser Minderheitensprache sichtbar zu machen und ihr mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen.
Neben dem Siegerbeitrag wurden weitere Arbeiten ausgezeichnet, die ganz im Sinne des Namensgebers Claus Gatterer gesellschaftliche Missstände und unbequeme Fragen aufgriffen. So wurde etwa kritisch hinterfragt, wie weit der Skitourismus noch wachsen könne und wann der Kipppunkt für Natur und Umwelt erreicht sei. Die Reduzierung des Drucks auf die Natur müsse zum Maß aller Dinge werden – dies sei jedoch noch immer nicht der Fall. In diesem Zusammenhang zitierte Teresa Indjein das alte Handwerkersprichwort: „Was nicht passt, wird passend gemacht.“
Weitere Beiträge befassten sich mit sexuellen Übergriffen, Fragen der Gerechtigkeit, den Folgen der Pandemie sowie mit Suizidgedanken. Gemeinsam ist ihnen, dass sie Menschen und Themen in den Mittelpunkt stellen, die oft am Rand der gesellschaftlichen Aufmerksamkeit stehen. Sie geben jenen eine Stimme, die schwächer, ausgegrenzt oder übersehen werden – ganz im Sinne Claus Gatterers. Der Siegerbeitrag verdeutlicht zudem, dass dies auch für sprachliche Minderheiten gilt.
Dass ausgerechnet die Auseinandersetzung mit einer Minderheitensprache ausgezeichnet wurde, hätte Claus Gatterer wohl besonders gefreut. Die Aufmerksamkeit für Menschen und Gruppen, die in der öffentlichen Wahrnehmung häufig übersehen werden, prägte sein journalistisches und persönliches Leben.
In einem Tagebucheintrag vom 15. April 1974 notierte er mit Blick auf die slowenische Minderheit in Österreich: „…diese sei doch so klein, dass sich Österreich größte Großzügigkeit leisten könne und müsse.“ *
Die Solidarität mit Minderheiten und Benachteiligten blieb ein Leitmotiv seines Wirkens und begleitete ihn ein Leben lang – auch oder vor allem in seinen Teleobjektivsendungen im ORF.
** „Dass wir in erster Linie Menschen und danach erst Deutsche, Ladiner oder Italiener sind und dass jede Verletzung von Menschlichkeit, Menschenrecht und Menschenwürde verwerflich ist, auch wenn sie im Namen des Volkstums geschieht, wird auf politischem Boden leider gewissermaßen aufgehoben…..“
Claus Gatterer in „Über die Schwierigkeit heute ein Südtiroler zu sein“
Für Gatterer war die Offenheit einer Gesellschaft daran zu messen, wie sicher sich Minderheiten fühlen können, ohne ihre Identität aufgeben zu müssen, und wie wenig politische Macht davon abhängt, welcher Volksgruppe jemand angehört. Vor diesem Hintergrund wird verständlich, warum sein Leitsatz „Im Zweifel aufseiten der Schwachen“ weit über bloßes Mitgefühl hinausging. Für ihn war er Ausdruck eines demokratischen Grundprinzips: Die Qualität einer Gesellschaft zeigt sich daran, wie sie mit jenen umgeht, die weniger Macht besitzen.
Auch die Vergabe des Claus-Gatterer-Preises 2026 steht in dieser Tradition. Ausgezeichnet wurden die Journalisten Jürgen Klatzer und Matthias Winterer für ihre Recherchen zu sozialen Fragen und gesellschaftlichen Randgruppen. Die Jury würdigte insbesondere ihre Aufdeckung jahrzehntelanger körperlicher, psychischer und sexueller Gewalt in Einrichtungen des SOS-Kinderdorfs Österreich. Die Berichterstattung führte dazu, dass sich zahlreiche Betroffene meldeten, Ermittlungen eingeleitet wurden und Reformprozesse in Gang kamen.
Heute wird Gatterers Vermächtnis häufig mit Begriffen wie aufgeklärte Toleranz, Solidarität zwischen Volksgruppen, Schutz sozialer und ethnischer Minderheiten sowie einer offenen Gesellschaft verbunden. Es zeigen sich bemerkenswerte Parallelen zwischen seinen Grundüberzeugungen und den Ideen des Philosophen Karl Popper.
Popper entwickelte die philosophische Theorie der offenen Gesellschaft und konzentrierte sich auf Institutionen, Demokratie und politische Ordnung. Gatterer hingegen arbeitete als Historiker und Journalist an konkreten Fällen und richtete seinen Blick auf Minderheiten, Grenzräume und die historischen Erfahrungen von Ausgrenzung. Während Popper die theoretische Begründung für eine offene Gesellschaft lieferte, zeigte Gatterer anhand von Beispielen aus Südtirol, Österreich und Europa, wie sich Offenheit oder Ausgrenzung im Alltag von Minderheiten tatsächlich auswirken.
Gerade deshalb erscheint die Auszeichnung eines Beitrags über die ladinische Sprache besonders passend: Sie verbindet die Aufmerksamkeit für Minderheiten mit dem Einsatz für kulturelle Vielfalt und macht sichtbar, dass eine offene Gesellschaft nicht zuletzt davon lebt, auch den kleinen Stimmen Gehör zu schenken. Maria Erhard in ihrer Videoarbeit „Vergangenheit und Zukunft des Ladinischen“ 2026:
*** „Die Begegnungen in meinem Heimatdorf Enneberg haben mir gezeigt, dass Ladinisch weit mehr ist als ein Überbleibsel vergangener Zeit. Die Sprache ist zu einem Ausdruck kulturellen Selbstbewusstseins geworden, und mir ist klar geworden, dass die ladinische Sprache nur deshalb weiterbesteht, weil Menschen sie mit Überzeugung sprechen und weitergeben.“
Die Jury begründete ihre Entscheidung wie folgt: „Sorgfältig recherchiert und engagiert, gegenwartsbezogen, handwerklich überzeugend und klar strukturiert: Der Beitrag wagt einen nüchternen journalistischen Ton, bleibt dabei kurzweilig, lehrreich und stellenweise überraschend. Mit seinem persönlichen Ansatz eröffnet er zudem eine neue, zukunftsweisende Perspektive.“ (Teresa Indjein zitiert aus der Jurybegründung.)
Hut ab vor den Mentor:innen, die es immer wieder schaffen, junge Menschen für anspruchsvolle Themen zu begeistern. Sie machen Komplexes zugänglich: Ausgrenzung, Umgang mit Minderheiten und Machtmissbrauch. Ihre Stärken liegen darin, junge Menschen an diese Themen heranzuführen, Denkanstöße zu geben und vor allem zuzuhören.
Hansjörg Rogger, Johann.rogger@me.com, korrekturgelesen von KI
Quellen: *Claus Gatterer, Tagebücher 1974-1984, Hrsg. Thomas Hanifle, Raetia / / / **Rede Gatterers anlässlich der Entgegennahme des Südtiroler Pressepreises 1981 in Aufsätze, Reden, Raetia / / / *** Vergangenheit und Zukunft des Ladinischen – Videoarbeit von Maria Erhard 2026
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Bildergalerie 2

Klubhaus St. Pauli am Spielbudenplatz 21–22. Es liegt direkt an der Reeperbahn im Hamburger Stadtteil St. Pauli, Der Satz ist bewusst etwas provokant formuliert. Gemeint ist nicht, dass man Demokratie nicht durch Wahlen beeinflussen kann – natürlich kann man das. Die Aussage zielt eher darauf ab: Demokratie ist mehr als eine Wahl alle paar Jahre. Sie lebt davon, dass Menschen sich im Alltag für Freiheit, Gleichberechtigung und gegenseitigen Respekt einsetzen. Demokratische Werte kann man nicht einfach „ankreuzen“. Eine Gesellschaft muss sie auch tatsächlich leben. Die Aussage passt zur „Charta der Vielfalt“, einer Initiative für Vielfalt und Chancengleichheit insbesondere im Arbeitsleben. Die bunten Farben auf dem Gebäude unterstreichen diesen Gedanken. Foto: aufgenommen am 15.2.2025 am Spielbudenplatz, Hamburg, © Hansjörg (Johann Georg) Rogger 
Paternkofel gesehen vom Talschluss des Fischleintals, Juli 2026, Aufnahme mit Nikon und Teleobjektiv, Foto hjr. 
Fichtenwald im Nebel, 2025, Sexten-Kreuzbergpass,
Nachbearbeitung mit iPhoto/KI aquarelliert sw, Foto: hjr.
Löwenzahnwiese mit Laubbaum, Sexten-AlpeNemesStraße, 2026, nachbearbeitet mit IPhoto/KI aquarelliert, Foto hjr 

Mohnblumen/Klatschmohn, Blumenwiese Sexten, 2025, Original, Foto: hjr 
Mohnblumen/Klatschmohn, Blumenwiese Sexten, 2025,
Bearbeitet mit Iphoto/KI, Foto: hjr

Dürrensee, Höhlensteintal, 2025, Original unbearbeitet, Foto: Sabine M. (sm) 

Bruneck, Tschurtschenthaler Park, 2017, Wintermorgen mit Vollmond, aufgenommen mit Nikon + Teleobjektiv um 7.00 Uhr aus dem Fenster des SOWI aus, bearbeitet als Aquarell mit Iphoto/KI, Foto: hjr 
Bruneck, Tschurtschenthaler Park, 2017, Wintermorgen mit Vollmond, aufgenommen mit Nikon + Teleobjektiv um 7.00 Uhr aus dem Fenster des SOWI aus, bearbeitet als Ölmalerei mit Iphoto/KI, Foto: hjr 

Supermond, Toledo/Spanien, 2025, Foto:Franz Josef O., nachbearbeitet mit IPhoto und KI von hjr 
Löwenzahnwiese, Fischleintal, 2026, Original bearbeitet mit IPhoto + KI, einem Aquarell nachempfunden, Foto hjr 
Dreischusterspitze 3.145 Meter ü.d.M., Juni 2026, vom Dolomitenhof aus aufgenommen, Original nachbearbeitet mit IPhoto + KI, einem Aquarell sw nachempfunden, Foto hjr 
Sonnenuntergang am 24.6.2026, Pfannhorn, Original bearbeitet mit Iphoto + KI, aquarelliert, Foto hjr 
Wasserhahnenfuß, im Teich Waldheim Sexten, bearbeitet mit IPhone + KI, aquarelliert, Juli 2026, Foto hjr 
Sommersonnenuntergang Pfannhorn am 9.7.2026, sw, Nikon Zoom, Foto hjr 

Drei Zinnen im Hintergrund, Paternkofel im Vordergrund, aufgenommen bei der Bergstation Stiergarten, flaches kontrastloses Licht, Nikon Teleobjektiv, Foto bearbeitet mit IPhoto, s/w, Foto hjr. 
Drei Zinnen im Hintergrund wie das Bild oben aber bearbeitet als schwarz weisse Ölmalerei . 
Drei Zinnen im Hintergrund, Paternkofel im Vordergrund, aufgenommen bei der Bergstation Stiergarten, flaches kontrastloses Licht, Nikon Teleobjektiv, Foto bearbeitet mit IPhoto, Foto hjr. 

Dreischusterspitze, fotografiert von der Bergstation „Drei Zinnen“, Juli 2026, Nikon Teleobjektiv, Foto hjr 
Waldstück, Sonnenaufgang, Alpe Nemes Straße, Juli 2026, bearbeitet mit iPhoto und KI, einer Ölmalerei nachempfunden, Foto hjr 
Schmalblättriges Heidenröschen, Sexten, Alpe Nemes, Juli 2026, Originalfoto bearbeitet mit iPhoto + KI, als Ölmalerei umgearbeitet, Foto hjr 
Turm des Plaza Hotels bei Regen, von der Südostecke des Central Parks aus, 2018, Foto hjr. 
Madrid, 2014, Bücherstand der Cuesta de Moyano. Links ist eine mit Graffiti besprühte Wand mit der Aufschrift „Feria de Libros – Cuesta de Moyano“ zu sehen. Die Buchstände befinden sich in der Calle de Claudio Moyano (Cuesta de Moyano), Madrid – direkt neben dem Botanischen Garten. Foto: © Hansjörg (Johann Georg) Rogger 
Hiroshima Prefectural Industrial Promotion Hall, 2024, Sie befand sich nahe dem Explosionszentrum der Atombombe, die am 6.8.1945 über Hiroshima detonierte. Foto: mr 
Seerosenblätter, Aufnahme erfolgte in Neuss im Herbst 2013, die Originalaufnahme ist einer Ölmalerei nachempfunden, bearbeitet mit IPhoto und KI, © Hansjörg (Johann Georg) Rogger 
Das ist das Padrão dos Descobrimentos (Denkmal der Entdeckungen) in Lissabon. Die Skulptur zeigt eine Gruppe von portugiesischen Seefahrern und historischen Persönlichkeiten, die in einer Reihe dargestellt sind. An der Spitze steht Heinrich der Seefahrer, Das Denkmal ist aus hellem Stein gefertigt und befindet sich am Ufer des Tejo im Stadtteil Belém. Seine Form erinnert an den Bug eines Schiffes, das symbolisch in Richtung Meer fährt. Dadurch soll die Bedeutung Portugals als Seefahrernation und die Zeit der großen Entdeckungsreisen dargestellt werden. Aufnahme von © Hansjörg (Johann Georg) Rogger am 14.April 2017 
Der Speakers’ Corner ist ein berühmter Treffpunkt im Londoner Hyde Park und ein Symbol für freie Meinungsäußerung und Demokratie. Aufnahme von © Hansjörg (Johann Georg) Rogger am 7. April 2012 
Holocaust-Mahnmal in Berlin, Die Stelen erinnern an Grabsteine oder Särge und sollen an die Millionen jüdischen Menschen erinnern, die während des Holocaust von den Nationalsozialisten ermordet wurden. Aufnahme von © Hansjörg (Johann Georg) Rogger am 28. März, 2013 
Simsonweg / Scheidemannstraße, 10117 Berlin – südlich des Reichstags.
Auf dem Foto sieht man das runde Wasserbecken des Mahnmals. In der Mitte befindet sich eine dreieckige Stele, auf der eine Blume liegt. Das Wasser ist dunkel und spiegelt die Bäume und Gebäude der Umgebung. Die Blume symbolisiert das Leben und die Erinnerung an die Ermordeten. © Hansjörg (Johann Georg) Rogger am 31. März, 2013

Central Park New York 
Und die impressionistische Umdeutung,
lichtdurchflutete Bäume, weiche Pastellfarben und eine atmosphärisch verschwimmende Skyline verschmelzen zu einem ruhigen, poetischen Parkbild.
Alle Bilder von Hansjörg Rogger (hjr) + Gästen. Entweder original oder nachbearbeitet mit IPhoto, Photoshop und/oder KI, Johann.rogger@me.com, © Hansjörg (Johann Georg) Rogger
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„Ich sehe, wie meine Seele fühlt“ – Gedanken zur Ausstellung der Kunstklassen am Kunstgymnasium
Die Schulung des Schönheitsempfindens, die Auseinandersetzung mit Identitäten, handwerkliches Geschick und der Umgang mit Material – all das lernen die Schüler:innen des Kunstgymnasiums Bruneck. Wie mir ein Absolvent vor einiger Zeit sagte, sei Kunst für ihn zur lebenslangen Begleiterin geworden.
Im kreativen Prozess erwerben die Jugendlichen Diskurskompetenz, lernen Widerstand auszuhalten und zu formulieren und erfahren Kunst zugleich als Möglichkeit, emotionalen Druck auszuhalten und innere Spannungen aufzulösen.
In der Ausstellung Echo höre und sehe ich als Besucher in die Bilder und Skulpturen hinein. Ich weiß, dass das, was ich wahrnehme, nicht unbedingt dem entspricht, was die Schüler:innen dabei empfunden haben. Doch ihre Werke vermitteln mir eine Ahnung davon, was junge Menschen mit ihrer Kunst ausdrücken wollen – keine Gewissheiten, sondern Annäherungen.
Alles, was ich als Beobachter tun kann, ist, ein Gefühl dafür zu entwickeln, was der junge Mensch ausdrücken wollte. Stehen bleibe ich dort, wo mich mein ästhetisches Gefühl oder meine momentane Befindlichkeit hinzieht.

Beim Durchwandern der Ausstellung fokussiere ich meinen Blick auf das Bild von Sara: An der Wasseroberfläche ein sanftes Geräusch. Zwischen den dunklen Spiegelungen treiben Seerosenblätter – reglos und ruhend. Und aus dieser fast lautlosen Fläche hebt sich ein Gesicht, nicht auftauchend, auch wenn die nassen Haare den Eindruck nahelegen, sondern eher: schwebend zwischen Versinken und Wohlfühlen.
Die Augen der jungen Frau sind geschlossen, als hätte sie beschlossen, dem Sichtbaren für einen Augenblick nicht mehr zu trauen oder weil sie sich doch genussvoll hinunterziehen lassen will oder einfach nur, weil sie sich nach Entspannung sehnt. Oder keines der drei.
Ihr Haar fällt schwer ins Wasser, verliert dort seine Grenzen, wird Teil der ruhigen Wasserfläche. Man weiß nicht, ob sie ruht, träumt oder sich gerade dem entzieht, was Menschen gewöhnlich Wirklichkeit nennen.
Die Zeichnung lebt von einer eigentümlichen Geduld. Jede Linie scheint dizipliniert präzise gesetzt — Im feinen Geflecht der Schraffuren liegt etwas von innerem Widerstand: Das Wasser verschluckt die Konturen – aber nicht ganz – das Gesicht löst sich nicht vollständig aus der Fläche. Alles bleibt in einem Schwebezustand zwischen Klarheit und Auflösung. Ein ambivalenter Schwebezustand mit Neigung zu depressiver Verstimmung.
Vielleicht erzählt dieses Bild vom inneren Loslassen, von stiller Befreiung, oder von der Begegnung mit sich selbst, nicht von der dramatischen Reinigung einer erlebten Tragödie, sondern von jener stillen Form des Loslassens, die geschieht, wenn ein Mensch für einen Moment aufhört, sich gegen seine eigene Tiefe zu wehren. Die geschlossenen Augen wirken dabei nicht wie ein Rückzug, sondern wie eine andere Art des Sehens. Denn manchmal beginnt Erkenntnis erst dort, wo der Blick nach innen fällt.
Und so bleibt am Ende weniger das Porträt einer Person als die Ahnung eines Zustands: die Sehnsucht, im Lärm der Welt für einen Augenblick lautlos zu werden.
*In das Mädchen hineinprojizierte Gedanken:
*Das Mädchen im See: „Ich denke daran, wie oft ich versucht habe, laut genug zu sein, deutlich genug, richtig genug. Und wie müde das gemacht hat. Ich bin nicht hier, um mich treiben zu lassen. Ich bin hier, um endlich still zu werden.“
„Echo“ nennt sich die Ausstellung. Vom einen Ende zum anderen hallt vieles wider: Stillleben, Aktskulpturen, Modedesign, Augenstudien, Aquarell, Bleistift und Plastiken. Dazwischen: das Mädchen im See und Klaviertöne der Musikklasse. Sehens- und hörenswerte Jugend.

Klavierspiel bei der Vernissage, 2026, Foto hjr. Hansjörg Rogger
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Den Hassern ein Bein gestellt
„….Ich freu mich, dass ich…..dass ich mich freu.“ *
Die Rechten wurden am 12. April 2026 durch die Abwahl Orbáns in Ungarn Lügen gestraft. Eine Watsche, die – so hoffe ich – all jenen wehtun wird, die nichts anderes tun, als zu hetzen, zu lügen, zu betrügen und zu verleugnen, was ihnen nicht in den Kram passt.
2014, als Russland die Krim überfallen und geraubt hatte, sagte Viktor Orbán: „Wir haben beschlossen, dass wir in Ungarn eine illiberale Demokratie aufbauen werden.“
Úgy döntöttünk, hogy Magyarországon illiberális demokráciát építünk. Gott sei Dank – Thank goodness – Grazie a Dio – Hála Istennek: Jetzt ist damit Schluss.
Der rechte Größenwahn hat hier in Ungarn am 12. April 2026 sein Ende gefunden. Das nachgeplapperte „Great again“ soll in der Bedeutungslosigkeit zugrunde gehen. Die Bühnen aber sollen jenen gehören, die es mit uns Menschen gut meinen.
Alles Gute euch in Ungarn!
Örülök nektek és Európának! Ich freue mich für euch und für Europa.
Hansjörg Rogger am 12.4.2026
*Mascha Kaleko, letzte Verszeile aus dem Gedicht „Sozusagen grundlos vergnügt“
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Eine 45-Minuten-Geschichte / eine Rekonstruktion
Ein sonniger, doch frischer und windiger Märztag. Ich stehe neben dem Blumenturm, dessen fein platzierte violette Frühlingsblumen sich vom Boden bis hinauf zur Spitze erstrecken – einer Pyramide gleich. In Gedanken versunken betrachte ich diese Blumen-Skulptur und spüre einen stillen Respekt angesichts der mit so viel Liebe gestalteten Schönheit. Geschaffen für uns, die wir daran vorbeigehen. Die meisterhafte Vielfalt gemacht von Stadtgärtnern, deren Namen wir nicht kennen, aber ihre Liebe zum Detail überall spüren.
Es tut gut, hier zu stehen, den Menschen zuzuschauen, ein paar Sonnenstrahlen einzufangen und an den Cappuccino zu denken. Eine Frau kommt mir entgegen, ein Kind an der Hand. Als sie näher kommt, erkenne ich die ehemalige Kollegin Kerstin. An ihrer Hand hält sie ihre kleine Tochter. Wir wechseln ein paar Worte, dann gibt sie mir noch ihre Handynummer – für mehr reicht ihre Zeit nicht.
Eine hervorragende Lehrerin für Inklusion, denke ich mir. Wie oft haben mir Schüler:innen das so schnell im Vorbeigehen gesaSchülermailshmid mag uns!“ – so lese ich es in meinen Notizen und Schülermails von damals.
Fünf Schritte von der Blumenskulptur entfernt stehen zwei Bänke. Auf eine setze ich mich, auf der anderen sitzen zwei Männer. Einer von ihnen singt: „Es geht alles vorüber, es geht alles vorbei. Auf jeden Dezember folgt wieder ein Mai…“ Ich erinnere mich an Lale Andersen – als Bub in den 60er Jahren immer wieder gehört.
Leise in mich gekehrt denke ich zum tausendsten Mal an das Schicksal der Ukraine. Seit über vier Jahren bombardiert Russland das Land – der Krieg bringt Zerstörung, Leid und Tod. Das Recht des Stärkeren scheint wieder über vielem zu stehen, was uns lieb und teuer geworden ist. Meine Illusionen aus den 50er- und 60er-Jahren sind zerplatzt. Mein Großvater hatte den ersten Krieg überlebt, mein Vater den zweiten, und ich glaubte damals als junger Bub, so etwas werde es nicht wieder geben. Europa war im Aufbruch, die Vereinten Nationen gaben mir Hoffnung. Nun scheint sich vieles wieder in die falsche Richtung zu drehen. Dieser Gedanke macht mir Angst.
Neben mir sitzen noch immer die beiden älteren Herren, die den Frühling herbeisehnen. Links vor mir nähert sich eine Frau mit einem Rollator. Sie fühlt sich offensichtlich nicht gut und legt sich der Länge nach auf die Bank. Ich rücke etwas zur Seite. „Soll ich die 112 anrufen?“, frage ich. Die Betreuerin meint, das sei nicht notwendig. Ich warte noch ein paar Minuten, erkundige mich erneut, ob weitere Hilfe benötigt wird, und entferne mich – nicht ohne mich noch einige Male umzudrehen.
Hansjörg Rogger, März 2026
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6.3.2026 Ideenschmiede für ein anderes Lernen — der Burger Hof als Werkstatt für kommunikative, inklusive Wege
Im Sinne des vor Kurzem verstorbenen Philosophen Jürgen Habermas komme der Schule eine zentrale Rolle für das Funktionieren einer demokratischen Gesellschaft zu. Sie sei nicht nur ein Ort der Wissensvermittlung, sondern vor allem ein Raum, in dem Schülerinnen und Schüler zu mündigen Bürgern heranwachsen könnten, die fähig seien, sich an öffentlichen Diskursen zu beteiligen.
Indem Schule kritisches Denken, argumentative Fähigkeiten und die Bereitschaft zum Perspektivwechsel fördere, bereite sie junge Menschen darauf vor, politische und gesellschaftliche Fragen vernünftig zu diskutieren und gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln.
Auf diese Weise werde sie zu einem Übungsfeld „deliberativer Demokratie“ (Jürgen Habermas), in dem die Grundlagen von Verständigung, Teilhabe und Verantwortung praktisch eingeübt würden.
Frage: Ist es so an unseren Schulen oder sollte es so sein?
Die Ideenschmiede am Burger Hof ist so ein Ort, wo junge Menschen sich in der diskursiven Verhandlung eines Themas üben können. Unterschiedliche Perspektiven können gegenübergestellt und argumentativ kritisch durchdrungen werden. Dadurch kann ein Raum entstehen, in dem die Bedeutung von Schule und Lernen im Prozess des Austausches fortlaufend ausgehandelt wird.
Es ist ein leiser Aufbruch aus einer Schule, die noch immer im starren Korsett vergangener Gewissheiten zu stecken scheint. Hier geben junge Menschen ihrer Sehnsucht nach Veränderung eine Sprache, halten fest, was sie bewegt und was ihnen fehlt.
Im Zentrum ihres Aushandelns — so liest sich das in den Skripten der jungen Menschen und wird lautstark vorgetragen — steht das Wohlbefinden, das mentale, das soziale, das körperliche. Die Formel zirkuliert heute nahezu selbstverständlich im schulischen Diskurs und bewegt sich dabei in einer eigentümlichen Schwebe zwischen Schlagwort und Anspruch. Allzu leicht droht sie zur Worthülse zu erstarren, wenn sie lediglich programmatisch wiederholt wird, ohne den Schulalltag tatsächlich zu prägen. Mittlerweile finden sich diese Formeln in zahlreichen Leitbildern wieder, oft mit marketingwirksamem Bildmaterial gestaltet, doch nicht selten ohne erkennbare operative Entsprechung im gelebten Schulalltag. So bleiben sie auf der Ebene wohlklingender Programmatik verhaftet, anstatt in konkrete Handlungsformen übersetzt zu werden, die ihre Wirksamkeit tatsächlich entfalten könnten.
Zugleich aber birgt sie ein ernstzunehmendes Versprechen: die Verpflichtung der gesamten Schulgemeinschaft, Bildung nicht nur als kognitive Leistung, sondern als ganzheitlichen Prozess zu begreifen und Verantwortung für die vielfältigen Dimensionen des Menschseins zu übernehmen.
Wann wird aus drei abstrakten Begriffen eine erfahrbare Realität, die sich nicht in Programmen erschöpft, sondern im Alltag sichtbar und überprüfbar wird?
Dass diese Wünsche nicht aus bildungspolitischen Programmen stammen, sondern von Schülern selbst vorgetragen wurden, verleiht ihnen ein besonderes Gewicht und eine eigentümliche Dringlichkeit. Sie artikulieren sich in der Sehnsucht nach einem Schulalltag, der Zeit für Störungen nicht als Defizit, sondern als pädagogische Gelegenheit begreift, der Sprechgelegenheiten eröffnet und eine unbürokratisch-zugängliche Sprechstunde bei der Führungskraft selbstverständlich macht. Pädagogische Tage würden nicht länger allein dem Kollegium vorbehalten bleiben, sondern auch Schüler einbeziehen; Auszeiten würden begleitet statt sanktioniert, und Planungen gemeinsam entwickelt. In dieser Perspektive treten eine Kultur der Dankbarkeit und echte Partizipation an die Stelle bloßer Mitwirkungssimulation; Lernlandschaften lösen die Sterilität klassischer Klassenräume ab, und Feedback gewinnt gegenüber der Logik reiner Tests an Bedeutung. Altersgemischtes Lernen, eine neu austarierte Balance von Kern- und Freifächern (Beispiel Kanada wurde erwähnt) sowie Lerninhalte mit aktuellen Bezügen fügen sich dabei zu dem Bild einer Schule, die weniger verwaltet als vielmehr als lebendiger Erfahrungsraum gestaltet wird.
All dies und noch vieles mehr findet sich auf den Plakaten, die im Seminarraum des Burger Hofs an den Wänden hängen. (Auszüge im Anhang zu diesem Essay)
Doch wie beginnt Veränderung? Vielleicht nicht mit großen Reformen, sondern mit etwas so Einfachem wie dem Gespräch. Kommunikation wird zum Ausgangspunkt, zum lebendigen Raum, in dem Schule sich neu erfinden kann – beweglich, offen, im Austausch.
Und was braucht es, damit Schule ein Ort des Wohlbefindens wird? Die Schüler:innen zählen auf:
Vielfalt im Lernen, die die Unterschiedlichkeiten nicht glättet, sondern trägt
Menschen, die mit fachlicher, sozialer und psychologischer Kompetenz begleiten
Ressourcen, die Entwicklung ermöglichen
kleine Schritte — unscheinbar vielleicht, aber entschieden.
Wenn man Hilfe braucht, dann soll die auch kommen
Veränderung des Schulsystems „Es ist wie eine Sucht, im alten System verhaftet zu bleiben und bequem, nichts zu tun. Darüber müssen wir aufklären. Wir müssen das veraltete Schulsystem überwinden.“ Die Schüler schreiben „Abschreckung“ an die Tafel und meinen: abschrecken vom alten System. (Audiomitschnitt der Präsentation am Burgerhof vom 6.3.26)
Anderssein heißt nicht schlechter sein
Ruhige Orte an der Schule schaffen, wo Schüler:innen miteinander arbeiten/lernen können
Lernorte schaffen, die immer aufgesucht werden können
Es braucht Lehrer, die wissen, wie man miteinander umgeht, die gute Beziehungen aufbauen können
Mehr Selbständigkeit, Kreativität, Praxis beim Lernen
Förderung von Schüler:innen die Lernschwächen haben, aber auch von solchen die mehr leisten könnten
Seit Langem wird über Veränderungen in der Schule gesprochen, doch sie vollziehen sich mit einer zähen, oft rückgewandten Beharrlichkeit, die bisweilen an kirchliche Reformprozesse erinnert. Vielversprechende Ansätze verlaufen nicht selten im Sande, werden ausgehungert, sabotiert, ausgebremst oder erfahren einfach zu wenig Unterstützung, um ihre Wirkung nachhaltig entfalten zu können. Es gibt die Schulen, die als Modelle dienen könnten, auch in unserem kleinen Land. In Deutschland etwa werden jährlich Vorzeigeschulen durch den Deutschen Schulpreis ausgezeichnet, in Singapur ist es der School Excellence Award, in Australien der Australian Education Award, und in Neuseeland gibt es vergleichbar mit dem Deutschen Schulpreis den Prime Minister’s Education Excellence Awards, während eine vergleichbare Praxis in Südtirol fehlt. Sie hätten es sich auch bei uns verdient, zeigen zu können, wie man Lernwege auch anders gehen kann. Und es gibt sie — man müsste nur den Mut haben, sie herauszuholen aus ihren Nischen. Die jungen Menschen auf dem Burger Hof jedenfalls äußerten den Wunsch nach sichtbaren Best-Practice-Beispielen, an denen sich Entwicklung konkret orientieren könnte. Es wäre eine Überlegung wert.
Und wenn uns die jungen Leute etwas sagen wollen — und sie tun es, wenn man sie dazu ermuntert, dann müssen wir ihnen zuhören. Andernfalls bleibt es – wie so oft – Makulatur und folgenlos. Und was noch schlimmer ist, die jungen Leute üben sich weiterhin im Stummbleiben, weil es „sowieso nichts bringt“, wie sie oft resigniert das Handtuch werfen und froh sind, die Schule verlassen zu können, um endlich Freiheit zu spüren. Übrig bleiben zu oft Worte ohne Wirkung, ohne Konsequenzen – und am Ende genau das, was junge Stimmen längst satt haben.
Hansjörg Rogger
*Jürgen Habermas in:
„Faktizität und Geltung. Beiträge zur Diskurstheorie des Rechts und des demokratischen Rechtsstaats“ (1992)In dem Essay https://hansjoerg.blog/2025/12/13/aktionismus-ist-auch-in-der-bildungspolitik-fehl-am-platz/ sind bereits im Dezember 2025 unabhängig von den Ergebnissen des Burger Hofs vom 6.3.26 die Probleme angesprochen worden.
Link zur Ideenschmiede I / 2025: https://hansjoerg.blog/2025/02/15/ideenschmiede-burger-hof/
Am Burger Hof arbeiten im Sinne des Werkstattgedankens: Alex Unteregger-Werkpädagoge und Koordinator der Schulprojekte /// Sieghard Amhof-Haus-, Hof-, Tier- und Menschmeister /// David Kammerer-Achtsamkeitstrainer /// Lukas Patzleiner-Erlebnis- und Sozialpädagoge /// Tatiana Terentieva-Lifecoach /// Andrea Graf-Reinigungs- und Küchenmeisterin /// Gerd Innerebner-Strukturleiter ///Elisabeth Stauder-Theater-, Grundschule- und Montessoripädagogik /// Mathilde Mair-Küchenmeisterin /// Dominik Rainer-Gartenmeister /// Verena Ladstätter-Grundschul-, Wildnis- und Montessoripädagogin ///

Auszüge aus der Plakatwand 6.3.2026 -
„Ich verlange, dass mein Schuldspruch aufgehoben wird“ Die Verteidigungsrede des Judas Ischariot
Der Verrat des Judas Ischariot erscheint traditionell als der radikalste Bruch von Vertrauen gegenüber Jesus Christus. Doch in der Deutung von Walter Jens in Ich ein Jud – Die Verteidigungsrede des Judas Ischariot verschiebt sich diese Perspektive. Verrat wird hier nicht nur als enttäuschte Loyalität verstanden, sondern auch als mögliche Preisgabe eines Menschen im Namen einer höheren Idee. In diesem Spannungsfeld entsteht eine ethische Frage: Ist Judas derjenige, der Vertrauen zerstörte – oder derjenige, der bereit war, dieses Vertrauen zu opfern, weil er glaubte, damit einer größeren Wahrheit oder einem göttlichen Plan zu dienen? Der Verrat erscheint damit weniger als eindeutige moralische Verfehlung, sondern als tragischer Konflikt zwischen persönlicher Treue und einer vermeintlich höheren Verpflichtung.
Judas – so wurde es uns als Kindern immer wieder eingetrichtert – sei derjenige, der den Tod Jesu zu verantworten habe. Er habe ihn verraten. So lautet die überlieferte Geschichte. Doch diese scheinbare Gewissheit verdeckt, dass jede Geschichte auch andere Perspektiven hat.
Vielleicht lohnt es sich daher zu fragen, ob Judas wirklich nur der Verräter war – oder ob sein Handeln auch anders verstanden werden kann. Die Kirche hat es wunderbar verstanden, und tut es immer noch: nur ein Narrativ zuzulassen.
„Und er [Judas Ischariot] sagte es zu und suchte eine Gelegenheit, dass er ihn an sie verriete ohne Aufsehen.“ (Neues Testament, Evangelium nach Lukas 22,3-6)
„Es fuhr aber der Satan in Judas, genannt Ischariot, der zur Zahl der Zwölf gehörte.
Matthäus unterstellte ihm ein materielles Motiv, (26, 14-15)
„Da ging einer von den Zwölfen, mit Namen Judas Iskariot, zu den Hohenpriestern und sprach: Was wollt ihr mir geben? Ich will ihn euch verraten. Und sie wogen ihm dreißig Silberstücke dar.“
Johannes nennt Judas einen Dieb (Joh.13-35)
„….Da spricht Jesus zu ihm: Was du tust, das tue bald.“
Judas als klassischer Verräter, Judas als tragische Figur, Judas als Teil eines göttlichen Plans, Judas als missverstandene Figur: In Jens Walters Geschichte, bearbeitet von Alfred Meschnigg heißt es:
„Ich (Judas) ging auf ihn zu, ganz bedächtig, er lächelte ich küsste ihn und wir umarmten uns. Die Jünger irgendwo im Dunkeln versteckt, feige im Dunkeln versteckt….Petrus hat Jesus dreimal verleugnet. Und diesem Feigling werden heute die aller höchsten Ehren zuteil.“
„Ich war auserwählt worden und ich verlange Respekt dafür. Ich allein war stark genug dafür.“
Jens Walter ist einer der bekanntesten Literaten, der den Verrat als Treue zu einer Wahrheit sieht, die die anderen nicht hören wollen. Nicht jeder, der wie ein Verräter erscheint, hat Treue gebrochen; oft ist er derjenige, der dem Ruf seines Gewissens gefolgt ist, während die Welt ihn missversteht. Judas im Sinne von Jens Walter ist an dem Missverstehenwollen der Welt gescheitert. Judas:
„Es wäre leichter gewesen an seiner Stelle zu sterben, als ihn (Jesus) töten zu müssen, aber mir blieb keine andere Wahl……ich hielt aus, und der Dank dafür…….Judas am Baum, die Kehle vom Hanf zugeschnürt….Judas im Massengrab, in der untersten Hölle, gepackt von den Zähnen des Teufels…der Bauch von Würmern zerfressen.“ (Jens Walter, Die Verteidigungsrede des Judas Ischariot, 1964 in der Bearbeitung von Alfred Meschnigg)
Judas widerlegt die Darstellung Matthäus, wonach er von Reue zerbrochen sei. Wirklich gebrochen und zerstört hat ihn vielmehr die Welt, die seine Wahrheit nicht sehen wollte.
Hätte Judas nein gesagt, wäre er sein eigener Verräter geworden und hätte die Vereinbarung mit Jesus gebrochen. So wie Antigone ihrem Gewissen folgt und sich dem Gesetz Kreons widersetzt, und ihren Bruder trotz Verbots beerdigt. So handelt auch Judas nach seinem Gewissen und bleibt der Abmachung mit Jesus treu:
„Ich habe Jesus nicht verraten, ich habe Jesus preisgegeben weil Gott es so wollte, weil er mich brauchte. Ja ich habe es getan, ich habe meinen Auftrag erfüllt.“ (Jens Walter, bearbeitet von Alfred Meschnigg, Ich, Judas, der Sündenbock)
Dietrich Bonhoeffer begann vor dem Hitlerregime Hochverrat, aber er handelte aus Treue zur moralischen Verantwortung. Edward Snowden begang Verrat am Staat und verteidigte Grundrechte und Freiheit.
In einem inneren Monolog ringt Judas mit der Frage, ob seine Tat wirklich Verrat war oder ob sie – so widersprüchlich es klingt – erst die Voraussetzung für die Entstehung des Christentums geschaffen hat. Dabei denkt er die Geschichte radikal zu Ende: Was wäre geschehen, wenn er „Nein“ gesagt hätte? Hätte es dann weder Märtyrer, noch religiöse Gewalt, noch die jahrhundertelange Verfolgung von Juden gegeben? In diesem verzweifelten Gedankengang erscheint Judas nicht als kaltblütiger Verräter, sondern als Mensch, der unter der möglichen Tragweite seiner Handlung leidet und nach einem Zeichen sucht, dass sein Handeln dennoch richtig gewesen sein könnte. Dies wird besonders deutlich in der folgenden Passage:
„Und wenn sie nun doch Recht haben, alle die mich verfluchten, wenn ich weniger fromm gewesen wäre und nein gesagt hätte, nein ich tu es nicht. Ohne den Überlieferer gäbe es auch die Überlieferung nicht, keinen Papst, keinen Bischof, wenn ich nein gesagt hätte, dann wärst du (Jesus) am Leben geblieben und hättest ein freundlicher alter Mann werden können. Und ich hätte deine Lehre verkünden können, eine sanfte Friedensdoktrin, die jedermann die Wahl lässt sich frei zu entscheiden. Kein Märtyrer wäre in der römischen Arena gestorben, keine Inquisition fände statt, keine Kriege der Rechtgläubigen gegen die Heiden, kein Blut hätte sich durch meine Schuld über die Erde vergossen und niemand – Herr – hätte uns Juden verfolgt….kein Pogrom, kein Lager, kein Gas. Hilf mir Herr, erbarme dich meiner. Gib ein Zeichen, das mir sagt: du hast Recht getan Judas“ (Jens Walter in der Bearbeitung von Alfred Meschnigg)
Peppe Mairginter, seit 1976 unermüdlich für die Theaterkunst engagiert, spielte eindrucksvoll die „Verteidigungsrede des Judas Ischariot“. Dies geschah in einem Ambiente, das dem anspruchsvollen Monolog einen sehr interessanten Rahmen verlieh. Seine Darstellung hielt eine eindringliche Balance zwischen lautem Angriff und tiefer Verzweiflung.
Hansjörg Rogger – Gedanken zum Stück von Walter Jens, in der Interpretation der Theaterwerkstatt Innichen/ Peppe Mairginter unter der Regie von Alfred Meschnigg
Quellen: Audio-Auszüge der Aufführung / / / Bibel, Neues Testament / / / Jens Walter, Ich ein Jud, die Verteidigungsrede des Judas Ischiarot / / /

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24.2.2026 „Doppelt so viel ist nicht doppelt so gut“ – Warum die Lifterweiterung am Grenzkamm in Sexten ein Irrweg wäre
Die geplante Lifterweiterung hinauf auf den Grenzkamm Hochgruben zwischen Sexten/Südtirol und Heinfels/Osttirol steht exemplarisch für ein Wachstumsparadigma, das im alpinen Raum zunehmend an seine ökologischen, ökonomischen und sozialen Grenzen stößt. Das Prinzip „Doppelt so viel ist nicht doppelt so gut“ verweist auf eine zentrale Einsicht moderner Nachhaltigkeitsdebatten: Jenseits eines bestimmten Punktes erzeugt quantitatives Wachstum keinen proportionalen Mehrwert, sondern steigert systematisch Kosten, Abhängigkeiten und strukturelle Risiken. Im Kontext der geplanten Erweiterung in Sexten spricht vieles dafür, dass dieser Schwellenwert überschritten wäre. „Mehr desselben bedeutet nicht dasselbe“, das schrieb 1985 Paul Watzlawik *
Das, was ursprünglich gut, sinnvoll und für das Prosperieren Sextens und der Region hilfreich war, kann durch das immer Mehr und Mehr selbst zum Problem werden.
Die Pioniere für die Entwicklung Sextens haben beginnend in den 60er bis in die Mitte der 20er Jahre Großartiges geleistet. Jetzt mit dem neuerlichen, geplanten Hochrüsten operiert Sexten und die gesamte Region auf einem sehr hohen touristischen Intensitätsniveau. Bis hierher und nicht weiter, müsste das Motto lauten.
Zusätzliche Liftanlagen und Pistenkilometer versprechen nominell Wettbewerbsfähigkeit, tatsächlich jedoch sinkt im gesättigten touristischen Markt der Grenznutzen jeder weiteren Expansion. (Siehe Grafik am Ende des Artikels)
Der zusätzliche Nutzen (Grenznutzen), der aus einer weiteren Aufrüstung des Skigebiets Karnischer Kamm/Hochgruben entsteht, nimmt mit einer bestimmten Investitionsgröße ab. Dieses Prinzip lässt sich mit der Landwirtschaft vergleichen: Das Ausbringen von Dünger steigert den Ertrag nur bis zu einem bestimmten Punkt, dem optimalen Grenzwert. Wird darüber hinaus weiter gedüngt, sinkt der zusätzliche Ertrag, und der Gesamtnutzen beginnt, Schaden zu nehmen. (Gossensche Gesetz 1871)
Die Nachfrage steigt so lange an, bis eine Sättigungsgrenze erreicht ist und zusätzliche Kapazität keinen weiteren Mehrwert mehr generiert. Der Ausbau großskaliger Infrastrukturen — wie es der Karnische Kamm zweifellos sein würde — geht mit hohen Fixkosten einher und erzeugt einen strukturellen Auslastungsdruck. Unter Bedingungen klimatischer Unsicherheit, zunehmender ökologischer Bedenken und endlicher Flächenkapazitäten erweist sich diese Strategie als äußerst risikobehaftet.
Die Transport- und Beförderungskapazitäten werden durch zusätzliche Seilbahnanlagen sukzessive erhöht, der räumlich-territoriale Rahmen bleibt jedoch konstant und nicht expandierbar. Die Möglichkeit eines autofreien Sextens hat man nie ernsthaft in Betracht gezogen. Die infrastrukturelle Verdichtung innerhalb des begrenzten Territoriums Sextens führt folglich zu Nutzungskonflikten und Überlastungserscheinungen, die sich in verkehrlicher Überlastung, Flächenengpässen sowie sozialen Spannungen zwischen der lokalen Bevölkerung Sextens und touristischen Akteuren manifestieren.
Es fällt auf, dass das Management im Vorbereich der Aufstiegsanlagen – etwa bei der Parkraumgestaltung – meist hinterherhinkt. Ohne ein umfassendes Verkehrskonzept, das konsequent auch und insbesondere die Qualität der Zufahrtswege und Parkflächen einbezieht, werden bestehende Probleme weiter verschärft. Die Folgen dieser Improvisationen sind unübersehbar. (Momentaufnahme eines improvisierten Parkraums in Sexten am 25.2.2026 im Anhang) Es ist klar und leuchtet ein, dass die Erweiterung oben auf dem Karnischen Kamm neben dem ökologischen Risiko auch die Probleme unten im Dorf um ein beträchtliches Maß erhöhen. Die Balance zwischen Prosperität und Lebensqualität bekommt gefährliche Risse.
Die abgewählte Präsidentin des Tourismusvereins Traudl Watschinger und Seniorchefin des berühmtesten Hotels in Sexten „Drei Zinnen“ hat das, was vielen Sextnerinnen und Sextner am Herzen liegt, im ff-Interview zum Ausdruck gebracht: „….Mein Bestreben war es, immer auch für Sexten selbst zu arbeiten, für eine ausgewogene Ortsentwicklung.“ (ff, 12.2.2026,Nr.7) Und weiter: „Wir müssen die Balance halten zwischen den Bedürfnissen des Skiliftbetreibers und jenen der Einheimischen.“
Es ist bemerkenswert, dass der Geschäftsführer der 3-Zinnen AG, Marc Winkler, sowie deren Präsident, Franz Senfter, für ein Interview mit der Zeitschrift ff nicht zur Verfügung standen. Von besonderem Interesse wäre es gewesen zu erfahren, welche Haltung die Betreibergesellschaft insbesondere hinsichtlich des Grenz- und Gesamtnutzens des Projekts vertritt.
Eine offene Debatte mit allen Interessierten – sowohl mit den Befürwortern als auch mit den Skeptikern – wäre längst überfällig. Dabei könnten jene, die eine weitere Erschließung des hochalpinen Raums befürworten, ihre Argumente darlegen und zur Diskussion stellen, während die Kritiker die Gelegenheit hätten, ihre Bedenken und Sorgen einzubringen.
Bei einem Vorhaben dieser Tragweite drängt sich die Frage auf, wie die Mehrheit der Sextnerinnen und Sextner zur geplanten Erweiterung steht. Noch vor fünf Jahren wurde eine entsprechende Befragung für unzulässig erklärt. In einem Land, das Bürgerbeteiligung und Mitbestimmung hochhält, erscheint eine solche Haltung kaum nachvollziehbar und schwer vermittelbar.
Reginalda Tschurtschenthaler, Leiterin des Promotorenkomitees gegen den Ausbau, brachte dies in einem Interview mit der ff auf den Punkt: „Es ist schon mehr als bedenklich, wenn man nach wie vor ein so großes Projekt verfolgt, ohne die Sextner Bevölkerung miteinzubeziehen.“ (ff, Nr. 7, 12. Februar 2026).Der völkerrechtliche Vertrag, bekannt als „Aarhus Konvention“ ** — 1998 auch von Italien unterzeichnet — ist das Übereinkommen über den Zugang der Bevölkerung zu Informationen bzw. die Öffentlichkeitsbeteiligung an Entscheidungsverfahren in Umweltangelegenheiten. Es ist ein Grundstein demokratischer Beteiligung. Es wäre sehr interessant zu erfahren, warum die politisch Verantwortlichen der Sextner Bevölkerung dieses verbriefte Recht vorenthalten.
Die Einbeziehung der Menschen, die im Tal leben, wäre eine gute Möglichkeit, die von Traudl Watschinger beschriebene Balance nicht aufs Spiel zu setzen. Die Bevölkerung lebt mit dem Nutzen, muss aber auch mit den Problemen zurechtkommen. Deshalb dürfen nicht nur Lobbyisten und Politiker entscheiden – es müssen diejenigen auch etwas sagen dürfen, die im Dorf leben und arbeiten bzw. Nutzen und Probleme teilen.
In der neuen Südtiroler Tageszeitung online wird am 23.7.2025 der Landesrat Peter Brunner von der Südtiroler Landesregierung mit den Worten zitiert: „Wir warten nur noch auf die Genehmigung der UVP auf österreichischer Seite“ Die Menschen in Sexten spielen demnach keine Rolle und die Aarhus-Konvention, so scheint es, auch nicht.
Dass man das Risiko einer Ablehnung des Projekts durch die Bevölkerung offenbar nicht eingehen möchte, zeugt von wenig Respekt gegenüber den betroffenen Menschen sowie gegenüber jenen Organisationen, die über eine weitreichendere ökologische Fachkompetenz verfügen, als es eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) allein leisten kann.
Am 24. November 2022 wurde in Bozen das „Manifest für mehr Respekt vor dem Alpenraum“ unterzeichnet. Unterzeichnet wurde es vom Alpenverein Südtirol (AVS), dem Österreichischen Alpenverein, dem Deutschen Alpenverein, dem Club Alpino Italiano (CAI), dem Südtiroler Heimatpflegeverband, dem Verein zum Schutz der Bergwelt sowie der Federazione Ambientalisti Alto Adige.
Auch wenn sich die Politik mitunter auf formale oder rechtliche Bestimmungen beruft, um Initiativen wie eine Umfrage abzulehnen, oder dem Druck einflussreicher Interessengruppen nachgibt, wäre es im Sinne des Manifests von 2022, der Aarhus-Konvention sowie der Grundsätze von AVS und CIPRA dringend geboten, den Menschen vor Ort den Respekt entgegenzubringen, den sie verdienen. Dazu gehört auch eine ernsthafte Beteiligung der Bevölkerung.
Spricht sich die Bevölkerung Sextens in einer Umfrage für das Projekt aus, ist davon auszugehen, dass die zustimmende Mehrheit die Möglichkeit hatte, sich ein differenziertes Bild von den Vor- und Nachteilen zu machen. Fällt die Entscheidung anders aus, gilt dies in gleicher Weise für die ablehnende Mehrheit.
Was für eine demokratiepolitische Glanzleistung wäre es, wenn man – besser spät als nie – jenem autoritären Grundsatz widerspräche, den Dante Alighieri in der Göttlichen Komödie festhält:
„So ist es der Wille dessen, der die Macht hat, seinen Willen durchzusetzen; frage nicht weiter nach.“ **
Hansjörg (Johann Georg) Rogger
Quellen: “Welt News” & Live TV, 20.2.2026 / / / Die neue Südtiroler Tageszeitung online vom 23. Juli 2025 / / / ff-Südtiroler Illustrierte, Nr.7 vom 12.2.2026 / / / https://hansjoerg.blog/2025/07/19/offener-brief-an-den-landeshauptmann-von-suedtirol-herrn-arno-kompatscher/ / / Carl Menger, Grundsätze der Volkswirtschaftslehre, 1871 / / / *Paul Watzlawik, Vom Schlechten des Guten, 1985 / / / **Aarhus: https://www.unece.org/env/pp/welcome.html / / / http://www.cipra.org / / / http://www.hpv.bz.it / / / http://www.Alpenverein.it / / / http://www.salto. bz / / / Tiroler Landesregierung, 2026 / / / https://www.tiroler-umweltanwaltschaft.gv.at / / / ** Dante Alighieri: Die Göttliche Komödie, Manesse Verlag, erschienen am 06.11.2024




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16.2.2026 Stellungnahme zur pädagogisch-ethischen Relevanz von Exqueens
Dem Wiedererstarken rechter und patriarchaler Strukturen muss aktiv und solidarisch entgegengewirkt werden. Schulen spielen dabei eine wichtige Rolle. Als zentrale Sozialisationsorte erreichen sie nahezu alle jungen Menschen und können demokratische Werte, Gleichberechtigung und kritische Medienkompetenz systematisch vermitteln.
Gerade in Zeiten, in denen antifeministische und autoritäre Inhalte über soziale Medien stark verbreitet werden, brauchen Jugendliche die Räume, in denen sie Rollenbilder reflektieren, Manipulationsstrategien erkennen und alternative Männlichkeits- und Weiblichkeitsbilder kennenlernen können.
Dass jungen Menschen dies unter anderem mit dieser Inszenierung ermöglicht wird, zeugt von großartiger gesellschaftspoltischer Sensibilität, die weit über pädagogische Leitsätze hinausgeht.
Patriarchate und Matriarchate kontaminieren immer noch Beziehungsstrukturen. Im Jahr 2026 sollte unsere Gesellschaft längst klüger, reflektierter und gerechter sein.
Written by Hansjörg Rogger
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14.2.2026 Pop trifft Tudor-Dynastie: **Exqueens – Das Musical im Spiegel der Historie Heinrichs VIII.
Das Musical Exqueens greift eine der bekanntesten Episoden der englischen Geschichte auf: die sechs Ehefrauen von Heinrich VIII. Der Tudor-König, der von 1509 bis 1547 regierte, ist bis heute berühmt – oder berüchtigt – für seine sechs Ehen, von denen zwei mit einer Hinrichtung endeten. Während der Geschichtsunterricht diese Frauen oft auf den Merkspruch „geschieden – enthauptet – gestorben – geschieden – enthauptet – überlebt“ reduziert, setzt Exqueens genau hier an und stellt die Frage: Wer waren diese Frauen jenseits ihres Schicksals als Ehefrauen?
Der berühmte Merkspruch „geschieden – enthauptet – gestorben …“ bringt das Schicksal der sechs Ehefrauen auf den Punkt. Im Musical dient er als Auftakt und als Leitmotiv für den Wettbewerb: Wer von ihnen hatte es am schlimmsten?
Catherine of Aragon war die erste Ehefrau Heinrichs VIII. Gegen ihren Willen wurde sie geschieden. Ihre Geschichte handelt von Stolz, Würde und Selbstachtung.
* „Ich habe deinen Mist ertragen
Jeden einzelnen Tag…“und etwas weiter im Text:
* „Du denkst wohl, ich bin verrückt
Du willst mich ersetzen
Baby, das kommt nicht in Frage
Wenn du auch nur einen Moment denkst,
ich würde dir die Annullierung gewähren….“Anne Boleyn war zunächst beliebt, wurde jedoch schließlich hingerichtet. Ihr Schicksal zeigt, dass vor allem Macht die Frauen nicht vor Ungerechtigkeit schützt.
* „Henry ist jede Nacht aus in der Stadt, schläft herum wie…. Wenn das so sein soll dann flirte ich vielleicht mit einem Typ oder drein, nur um ihn eifersüchtig zu machen. Henry findet’s raus und dreht durch..“
Jane Seymour galt als die einzige Frau, die Heinrich wirklich liebte. Sie starb 1537 nach der Geburt ihres Sohnes, Edward VI. Ihr Lied *“Heart of Stone“ im Musical ist ruhig, gefühlvoll und unterscheidet sich damit deutlich von den anderen fünf Songs:
* „Du kannst mich aufbauen
Du kannst mich zerstören
Du kannst es versuchen, aber ich bin unzerbrechlich
Du kannst dein Bestes geben
Aber ich werde die Prüfung bestehen
Du wirst sehen, dass ich unerschütterlich bin..“Ein Statemant, das sich durch das ganze Musicals hindurchzieht. Sechs starke Frauen, die dem Machogehabe der Männer ganz schön die Leviten lesen.
Die Deutsche Anna von Kleve, lässig und cool mit ihrem Lied *“Get down“, selbstbewusst im entspannten Groove:
* „Ich sitze hier ganz allein
auf einem Thron,
in einem Palast, der mir gehört…“An einer anderen Stelle im Song:
* „Ich bin ein Wienerschnitzel, keine englische Blume…“
Der Song von Katharina Howard – zunächst verspielt, dann dramatisch – *“All You Wanna Do“. Katharina Howard wurde – wie Anne Boleyn – hingerichtet.
* „Mit Henry ist es nicht einfach.
Sein Temperament ist kurz und seine Kumpel sind zwielichtig.
Bis auf diesen einen Höfling.
Er ist ein wirklich netter Kerl.
So aufrichtig. Das königliche Leben ist nicht das, was ich mir vorgestellt habe.“Catherine Parr – ruhig & würdevoll, *“I Don’t Need Your Love“, nachdenkliche Pop-Ballade nicht so sanft wie „Heart of Stone“, aber ernst und reflektiert. Cathrine war Literatin und gebildet. Immer wieder betont sie, dass sie Heinrichs Liebe nicht braucht, um sich wertvoll zu fühlen. „Meine Identität gehört mir.“
* „Ich brauch‘ deine Liebe nicht, nein, nein, nein, ich brauch‘ deine Liebe nicht, nein, nein. Wir dürfen uns nicht unterkriegen lassen, nein, nein, Ich brauch‘ deine Liebe nicht, nein, nein…“
Das Musical verzichtet bewusst auf eine chronologisch-historische Darstellung. Statt höfischer Intrigen zeigt es ein modernes Popkonzert. Die Königinnen treten als Band auf und konkurrieren zunächst darum, wer am meisten unter Heinrich gelitten hat. Diese Dramaturgie spiegelt die historische Reduktion ihrer Identität auf ihre Ehe-Schicksale wider. Erst im Finale lösen sie sich von diesem Wettbewerb. Sie erkennen, dass sie sich selbst – und nicht Heinrich – ins Zentrum ihrer Geschichte stellen müssen.
Historisch war Heinrich VIII. eine Schlüsselfigur der Reformation und der Machtkonsolidierung der Tudor-Monarchie. Doch Exqueens verschiebt die Perspektive: Nicht der König, sondern die Frauen stehen im Mittelpunkt. Damit betreibt das Musical keine Geschichtsfälschung, sondern eine bewusste Neugewichtung. Die politischen Hintergründe bleiben angedeutet, während persönliche Erfahrungen – Stolz, Liebe, Missbrauch, Intelligenz, Überlebenswille – hervorgehoben werden.
Alle sechs Frauen waren eigenständige Persönlichkeiten in einer von Männern dominierten Epoche. Genau diese Neubetrachtung ist die stärkste Brücke zwischen Musical und Historie.
Die 5. Musikklasse des Sozialwissenschaftlichen Gymnasium Bruneck erzählt die Geschichte als Geschichte in der Geschichte. Die jungen Darsteller:innen und Musiker:innen überzeugten mit spürbarem Engagement. Umsichtig angeleitet von Lehrkräften und Expert:innen entstand ein bemerkenswert geschlossenes Gesamtbild.
In Exqueens entsteht eine selbstreflexive Doppelzeitebene, in der die Tudor-Königinnen ihre eigene Vergangenheit aus einer modernen Perspektive bewerten. Besonders in „All You Wanna Do“ und „I Don’t Need Your Love“ wird Geschichte nicht nur dargestellt, sondern kritisch neu interpretiert.
Das ist dann wohl auch mit dem Hinweis im Folder der 5aM gemeint, wenn da steht, dass die altbekannte Geschichte anders erzählt wird. Das 5aM Ensemble unter der Regie von Alexander Messner, der Co-Regie von Hanna Krautgasser, der musikalischen Leitung unter Adele Vikoler und Hannes Tschutschenthaler und der choreographischen Implementierung von Mirjam Plank schaffte es, die Distanz zur historischen Tragik mit Humor als Mittel der Verarbeitung herzustellen. Die kritische Neubewertung der Geschichte garniert mit den trumpschen patriarchalen Restaurationstendenzen hebt das Spiel auf eine Ebene, die uns Zuschauer nachdenklich zu stimmen hat. Zum Lachen, wenn es nicht zum Heulen wär, sagte schon Karl Valentin. Sandra Hüller, Schauspielerin und Gewinnerin des Silbernen Bären 2006 sagte am 12. Februar 2026: „Man muss sich wehren, auch gegen mikropartriarchale Gesten…“ (Die Zeit, Nr.7)
Die Inszenierung von Exqueens besticht durch ihre konsequente Verbindung von Historienstoff und modernem Popkonzert. Anstelle einer linear erzählten Handlung entfaltet sich eine energiegeladene Show mit klarem Konzertcharakter. Das minimalistische Bühnenbild – mit der Band seitlich positioniert – richtet den Fokus vollständig auf die sechs Darstellerinnen, die durch souveräne Bühnenpräsenz, präzise Choreografien und stimmliche Ausdruckskraft überzeugen.
Besonders wirkungsvoll ist die bewusste Übertragung der historischen Thematik in die Gegenwart: Die Figur des Mannes mit der roten MAGA-Kappe fungiert als provokantes Symbol und verweist darauf, dass patriarchale Machtstrukturen keineswegs nur ein Relikt der Vergangenheit sind. So gelingt der Inszenierung eine unterhaltsame, zugleich aber gesellschaftlich pointierte Neubefragung von Geschichte.
Written by Hansjörg Rogger (www.hansjoerg.blog)
*SIX,Toby Marlow & Lucy Moss, 2018, music Ltd, **Exqueens angelehnt an das Musical SIX, 2017

Ausschnitt aus Exqueens, 8.3.2026, Sowi Bruneck -
9.2.2026 „Es gibt Dinge, die man nicht tut“
Während im Mailänder San Siro der Rapper Amdouni Ghali* ein Antikriegslied des Kinderbuchautors Gianni Rodari sang, setzte Putin fröhlich seine Zerstörung fort.
Ci sono cose da non fare mai,
né di giorno né di notte,
né per mare né per terra:
per esempio, la guerra.*Diese Zeilen von Gianni Rodari* trug Amdouni Ghali im San Siro bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele gemeinsam mit Kindern vor. Ein bewusst einfacher, kindlicher Text, der Frieden als Selbstverständlichkeit formuliert. Zur selben Zeit jedoch wurde Kiew erneut mit Drohnen und Bomben überzogen.
Zwei Bühnen, ein Moment: hier Worte, die daran erinnern, dass Krieg etwas ist, das man nicht tut; dort die brutale Behauptung des Gegenteils.
Gerade die kindliche Einfachheit dieses Textes entlarvt die Lüge aller geopolitischen Rechtfertigungen. Dass ein Kinderbuchautor klarer spricht als ein Präsident, ist ein Skandal. Ein Skandal auch, dass ein Staat zur Projektionsfläche eines Tyrannen werden kann, dass Kultur, Sprache und Geschichte zu bloßen Kulissen der Gewalt verkommen. Und dass Bomben lauter sprechen dürfen als Gedichte – und man es geschehen lässt.
Written by Hansjörg Rogger
*Im Kinderbuch-Band „Tutti i colori della pace“ („Alle Farben des Friedens“) – 2024 erschienene Anthologie von Rodari-Texten rund um Frieden und Freundschaft, herausgegeben vom Verlag EL Narrativa, performt vom Rapper Ghali Amdouni.

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King Trump‘s private army – Bruce Springsteen
Bruce Springsteen hat am 28. Januar 2026 den politischen Song „Streets of Minneapolis“ veröffentlicht, der inhaltlich als direkte musikalische Reaktion auf die jüngsten Ereignisse in Minneapolis, Minnesota, zu verstehen ist. In diesem Lied verarbeitet Springsteen die tödlichen Schüsse auf die Einwohner Alex Pretti und Renée Good, die während einer größeren Bundesoperation durch US-Einwanderungsbehörden (Immigration and Customs Enforcement, ICE) ums Leben kamen. Der Song macht die emotionalen und politischen Spannungen dieser Situation hörbar: Springsteen nennt im Text unter anderem „King Trump’s private army from the Department of Homeland Security“ und verwebt diese scharfe politische Kritik mit Bildern einer Stadt im Winter, aufgewühlten Straßen und dem eindringlichen Versprechen, die Opfer nicht zu vergessen.
In „Streets of Minneapolis“ wird das winterliche Minneapolis mit seinen langen, kalten Straßen besungen, und zugleich wird ein Aufruf zur Solidarität mit den Demonstrant:innen und den Bewohner:innen der Stadt laut. Der Song erinnert nicht nur an die Namen der Verstorbenen, sondern ruft auch zu Widerstand gegen staatlichen Machtmissbrauch und exzessive Gewalt auf. Mit diesem Lied knüpft Springsteen an seine lange Tradition politischer Musik an, die soziale und politische Missstände thematisiert — ähnlich wie frühere Werke aus seiner Karriere, die historische und gegenwärtige Ungerechtigkeiten beleuchteten.
„Through the winter’s ice and cold Down Nicollet Avenue… King Trump’s private army from the Department of Homeland Security. Oh our Minneapolis, I hear your voice…We’ll remember the names of those who died. On the streets of Minneapolis…“ (Bruce Springsteen, Streets of Minneapolis, Single, Columbia Records, 2026)
Dankesbrief an Bruce Springsteen
Lieber Mr. Springsteen,
vielen Dank für Ihren neuen Song „Streets of Minneapolis“ und dafür, dass Sie mit Ihrer Musik den Menschen in Minneapolis und den betroffenen Gemeinschaften Ihre Stimme und Unterstützung geben. Ihr Lied ist nicht nur eine künstlerische Reaktion auf die tragischen Ereignisse; es ist auch ein leidenschaftlicher Aufruf, sich gegen exzessive staatliche Gewalt und den Machtmissbrauch der derzeitigen Regierung in Washington zu stellen.
Mit diesem Song erinnern Sie uns daran, dass Musik mehr als Unterhaltung ist: Sie kann ein Mittel sein, um Ungerechtigkeiten sichtbar zu machen, Gemeinschaft zu stärken und Hoffnung zu geben. Danke, dass Sie diese Stimme erhoben haben.
Mit freundlichen Grüßen

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Ukrainer leiden und sterben, und der Herr in Moskau schickt weiter Bomben und Drohnen
Es ist schlicht eine Schande, wie wir hier weiter unseren Cappuccino schlürfen, während der Papst – er heißt nun Leo – vom Balkon herab den Frieden predigt, die Mächtigen der Welt viel reden, von Fortschritten fantasieren, und ein gewissenloser Mann in Moskau die Bahnlinie von Tschop nach Barwenkowo in der Ostukraine angreift – mit 291 Passagieren an Bord – und fünf Menschen tötet. (FAZ, 29.1.2026)
Der ukrainische Präsident erklärte, dass in jedem anderen Land ein Drohnenangriff auf einen zivilen Zug als Terrorakt eingestuft würde. Hier jedoch, nicht weit von der ukrainischen Grenze entfernt, beschäftigen uns das zu geringe Kindergeld, der überbordende Tourismus und politische Provinzpossen.
Und der Herr im Weißen Haus meint, dass es „nett“ sei, (very nice) wenn der Herr in Moskau für eine Woche das Töten sein lässt. Trump: „It’s extraordinary cold, record-setting cold over there too…“ (elpais.com, 29.2.26) Und danach kann der angeklagte Kriegsverbrecher wieder loslegen und weiter morden. Mir graut!
Nichts ist daraus geworden. „Very nice“ Am 1.2.26 wurde eine Säuglingsstation angegriffen. 15 Zivilisten starben. Und die Russen scheinen dem Morden ihrer Machthaber einfach nur zuzuschauen. Schweigend – ergeben – gleichgültig? Und das schon vier Jahre lang. Der rumänische Tyrann Ceaușescu wurde 1989 beim Volksaufstand von einer aufgebrachten Menge an die Mauer gestellt und erschossen. Mussolini ging es 1945 genauso. Assad war zu feige, um sich der Wut der Menschen zu stellen und haute ab. Den Naziverbrecher Eichmann hatte man gejagt und hingerichtet. Gerechtigkeit wird den Preis einfordern – früher oder später – immer! Die Geschichte lügt nicht. „Wer das Schwert nimmt wird durch das Schwert umkommen.“ (Mattäus 26.52) Oder Thomas Jefferson: „Gottes Gerechtigkeit kann nicht ewig schlafen“
Hansjörg Rogger

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Es darf nicht relativiert werden, was der Russe Putin und seine Helfershelfer den Ukrainern antun
In einem Rechtsstaat gilt ein grundlegendes Prinzip: Wer Verbrechen begeht, muss mit Strafen rechnen. Dieses Prinzip schützt nicht nur einzelne Bürgerinnen und Bürger, sondern die gesamte Ordnung, die auf Recht, Verantwortung und Menschenwürde basiert. Es spielt dabei keine Rolle, ob der Täter ein Einzelner ist oder ein mächtiger Staatsführer – vor dem Recht dürfen keine Ausnahmen gelten.
Wendet man diesen Maßstab an, muss auch das Handeln Wladimir Putins bewertet werden. Der Versuch, ein souveränes Land mit Gewalt für sich zu beanspruchen, widerspricht fundamental dem Völkerrecht. Krieg zur territorialen Erweiterung ist kein politisches Mittel, sondern ein Verbrechen. Hinzu kommen schwerwiegende Vorwürfe wie die Entführung ukrainischer Kinder und die systematische Terrorisierung der Zivilbevölkerung. Solche Taten verletzen elementare Menschenrechte und treffen die Schwächsten einer Gesellschaft.
Ein Rechtsstaat – national wie international – verliert seine Glaubwürdigkeit, wenn er solche Verbrechen hinnimmt oder relativiert. Gerechtigkeit darf nicht von Macht abhängen. Wenn Recht mehr sein soll als ein leeres Wort, dann müssen auch Staatsoberhäupter für ihre Taten zur Verantwortung gezogen werden. Nur so kann die Idee des Rechtsstaates Bestand haben.
Hansjörg Rogger